Selbstständigkeit in der Erwachsenenbildung

„Selbstbestimmung. Das ist das Wichtigste“. So bringt eine Trainerin im Interview mit wb-web den aus ihrer Sicht größten Vorteil der Selbstständigkeit auf den Punkt. Doch gilt das für alle Lehrende? Und wie selbstbestimmt kann man leben, wenn die Honorare zu niedrig sind? Wir haben mit zahlreichen Lehrenden in der Erwachsenenbildung gesprochen. Was reizt Sie am Beruf des Erwachsenenbildners? Wie schätzen Sie die Arbeitsbedingungen insbesondere für Selbstständige ein? Wie beurteilen Sie die finanzielle Lage für freiberufliche Erwachsenenbildner?

Vogelperspektive auf einen Schreibtisch mit viel Papierkram, einem Smartphone, einem Kaffee und Monitor

Bild: FirmBee/pixabay.com, CC0

Die Erwachsenenbildung in Deutschland ist auf sie angewiesen: freiberuflich Lehrende. Kaum eine Einrichtung der organisierten Erwachsenenbildung verzichtet auf den Einsatz von Honorarkräften. In Weiterbildungseinrichtungen stellen sie über 60 Prozent des Personals – in Volkshochschulen sind es sogar über 90 Prozent (Ergebnisse des wbmonitors 2014).

Gleichzeitig regt sich in vielen öffentlich finanzierten Weiterbildungseinrichtungen der Widerstand gegen zu niedrige Honorare. Die Berichte reichen von streikenden Lehrenden an Volkshochschulen hin zu Aktionsbündnissen, die eine erhebliche Anhebung von Honoraren für DaF-Lehrende fordern (Bericht des ZDF-Morgenmagazins).

Doch die Vielfalt unter den Lehrenden in der Erwachsen- und Weiterbildung ist groß: Kursleitende, Trainerinnen und Trainer, Coachs, Dozentinnen und Dozenten. Eine Betrachtung der Honorare in öffentlich finanzierten Weiterbildungseinrichtungen wird der Vielfalt dieses Arbeitsfeldes nicht gerecht. Nicht alle verdienen schlecht und das Einkommen ist nur einer unter mehreren Aspekten, die zur Zufriedenheit (oder Unzufriedenheit) mit der eigenen Tätigkeit beitragen.

„Selbstbestimmung. Das ist das Wichtigste“. Die Antwort einer freiberuflichen Trainerin auf die Frage nach den Vorteilen der Selbstständigkeit in einem Interview mit wb-web bringt es auf den Punkt: Selbstständigkeit wird vor allem mit selbstbestimmter Arbeit in Verbindung gebracht. Freie Zeiteinteilung, eigene Wahl des Arbeitsplatzes und spannende Projekte sind von vielen erhoffte Erträge des Sprungs in die Selbstständigkeit.

Sind diese Hoffnungen berechtigt? Was sind die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung? Welche Tipps haben freiberuflich tätige Lehrende für angehende Selbstständige? Wir haben zahlreiche Trainerinnen und Trainer, Kursleitende, eine Dozentenvermittlerin und weitere Erwachsenenbildner zur Selbstständigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung interviewt. Außerdem stellen wir in diesem Dossier einen Wissensbaustein über „Existenzgründung in der Weiterbildung“ und einen über „Handlungsfelder in der Weiterbildung“ bereit. Handlungsanleitungen, Buchvorstellungen und Checklisten runden das Angebot ab. Wie bei allen Dossiers auf wb-web gilt: Wir werden das Thema auch in Zukunft nicht außer Acht lassen und weitere Inhalte hinzufügen.

Wissensbausteine

Handlungsfelder der Weiterbildung

In der Pädagogik wird häufig von „Handlungsfeldern“ gesprochen, doch kaum jemand definiert den Begriff. Wer in der Weiterbildung tätig ist, sollte sich bewusst sein, welche Handlungsfelder dort zur Verfügung stehen.

Zum Wissensbaustein

Erfahrungsberichte


Wie funktioniert eine Dozentenvermittlung?

Marita Kunath

Selbstständige in der Weiterbildung sind nicht nur mit der Bildungsarbeit beschäftigt. Sie müssen einen erheblichen Teil ihrer Zeit in Akquise, Marketing und weitere Tätigkeiten stecken, die nicht direkt vergütet werden. Spezialisierte Vermittlungsagenturen bieten Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung an, Aufträge zu vermitteln. Wie genau funktioniert diese Vermittlung und lohnt sich die Investition für selbstständige Lehrende? wb-web hat über diese und andere Fragen mit Marita Kunath, Leiterin der ACT (Advanced Coaching & Training) Dozentenvermittlung, gesprochen.

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"Selbstbestimmung. Das ist das Wichtigste"

Hilke Steffens

Der Wechsel als Weiterbildnerin in die Freiberuflichkeit erfordert eine große Portion Motivation und ein dickes finanzielles Polster, sagt Hilke Steffens. Sie arbeitet als selbstständige Trainerin und Business Coach und schätzt an der Freiberuflichkeit vor allem die Selbstbestimmung. wb-web hat Hilke Steffens im Rahmen des Dossiers „Selbstständigkeit in der Weiterbildung“ zu ihren Erfahrungen als Freiberuflerin befragt.

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"Als Trainerin braucht es Mut zu den eigenen Fähigkeiten zu stehen"

Jessica Greiwe

Die Trainerin Jessica Greiwe kennt das Arbeitsleben als Trainerin und Coach aus zwei Perspektiven: als Angestellte und als Selbstständige. Sie ist den Weg in die Selbstständigkeit gegangen, um mehr Entscheidungsfreiheit zu haben, sowohl was ihre Zeiteinteilung als auch die Gestaltung ihrer Trainings betrifft. Was sind wichtige Eigenschaften für Trainer, um erfolgreich zu sein und welche Vor- und Nachteile bringt die Selbstständigkeit mit sich? Darüber sprachen wir mit Jessica Greiwe.

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"Lehren in der Erwachsenenbildung: Dumpinghonorare und keine Absicherung"

Jessica Greiwe

"In der Erwachsenenbildung erhält man häufig sehr viel positives Feedback von den Teilnehmern und hat in der Regel keine Disziplinprobleme. Leider wird die Freiberuflichkeit immer mehr zur Belastung. Da die Honorare seit Jahren nicht angehoben wurden, bin ich gezwungen, immer mehr Stunden zu unterrichten. In Hochphasen erreiche ich 40 Unterrichtsstunden pro Woche."

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"Besser ist, man fängt mit etwas an, was man gut kann …"

Bernd Leuchter

Wie macht man sich selbstständig als Trainer, Dozentin oder Kursleiterin? Woran kann man anknüpfen? Was hat Erfolg? wb-web traf Bernd Leuchter, Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Köln. Er hat nicht nur Antworten darauf, sondern sechs Tipps, die er den (zukünftigen) Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben will.

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Keine Angst vor Businessplänen

Andreas Schwietring

Die Grundlage für die Selbstständigkeit in der Erwachsenen- oder Weiterbildung sollte solide sein und wohlgeplant. Loslegen nach dem Motto: "Lass uns mal anfangen" führt, so unserer Interviewpartner Andreas Schwietring, nur zu einem erheblichen Mehraufwand und Provisorien, die mit viel Mühe auf professionelle Füße gestellt werden müssen. Wie der 45-jährige Geschäftsführer der Junctus UG beim Aufbau seines Learning-Content-Management-Systems vorgegangen ist und welche Tipps er hat, schildert er in diesem Interview.

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