Methodenkorb - aus der Praxis für die Praxis

Welche Vorgehensweisen oder didaktischen Settings passen zu welchen Lernzielen oder zu meiner Grundhaltung als Lehrende?  

In jeder Veranstaltung der Erwachsenenbildung geht es um Methoden, Vorgehensweisen, die helfen sollen, Ziele umzusetzen oder ein „Setting“ herzustellen, das Lernen ermöglicht. Egal ob das Fundament für Ihr Selbstverständnis als Lehrende der Kognitivismus oder der Behaviourismus ist, egal ob Sie sich als Lernbegleiter sehen oder Ihnen vor allem die Wissensvermittlung am Herzen liegt. Methoden brauchen alle.

Bastkorb

Im Methodenkorb findet sich für jede Anforderung eine passende Methode. (Bild: Ahtsy Fahtsy Basket/Donald Lee Pardue/flickr.com, CC BY 2.0)

Die begleitende Forschung von wb-web, die sowohl schriftliche Befragungen als auch unterschiedliche Expertendiskussionen beinhaltete, ergab unter anderem den Wunsch, dass wb-web praktische Hilfen zur Verfügung stellen sollte. Pädagogische Konzepte wurden gewünscht, aber auch Handlungsanleitungen zu Methoden, die aktivieren, Heterogenität berücksichtigen und in der Praxis bewährt sind. Diesen Wunsch erfüllen wir mit diesem Dossier.

Was ist der Sinn von Methoden und wie finde ich „die richtige” Methode?

Methoden strukturieren den Lernprozess, erzeugen Aufmerksamkeit und Motivation, aktivieren die Teilnehmenden. Aber sie müssen passen: zum Thema, zur Gruppe, zum Lernziel, zu den Rahmenbedingungen und zur Lehrenden. Was aber in der Planung passte, ändert sich durch die Dynamik im Kursgeschehen. 

Die „richtige“ Methode auszuwählen erfordert, dass man die Methoden kennt: Wozu kann man sie einsetzen? Welche Ziele kann man mit der Vorgehensweise erreichen? Dafür müssen sie einmal gut beschrieben werden, denn nur wenn man sie versteht, kann man sie auch nutzen. Es muss weiterhin klar sein, was das Ziel der Methode ist, denn nur dann kann man sie so einsetzen, dass sie passt. Und idealerweise gibt es Hinweise auf den praktischen Einsatz, vielleicht sogar auf Erfahrungen, die andere Lehrende bereits mit der Vorgehensweise gemacht haben. 

Unser Dossier bietet zu vielen vorgestellten Methoden Informationen von Lehrenden: Praktikerinnen und Praktiker beschreiben die Einsatzmöglichkeiten und Ziele, die Vorteile und eventuelle Stolpersteine und schildern, wie die Teilnehmenden auf den Einsatz reagieren.

Methoden basieren weiterhin auf didaktischen Konzepten oder Grundpositionen der Pädagogik oder auch der Psychologie. Wie gehe ich vor, wenn die Ermöglichungsdidaktik die Basis für mein pädagogisches Handeln sein soll? Und mit welchen Methoden erreiche ich, dass die Teilnehmenden ihr Lernen selbst steuern?

Und nicht zuletzt ist es wichtig, dass Sie sich als Lehrender mit der Methode wohlfühlen. Wenn Sie die Methode ablehnen, sie Ihnen zu kompliziert ist oder sie zu viel Vorbereitungszeit erfordert – überdenken Sie die Wahl. Reflektieren Sie Ihre eigene Haltung – wie ist Ihr Selbstverständnis als Lehrende? Welche Methode passt zu Ihnen? 

Praktische Hilfe – der Methodenkorb

Unser Methodenkorb bietet Informationen und Anregungen zu all diesen Punkten. Sie finden hier Basiswissen, Checklisten und Handlungsanleitungen. Und vor allem bietet der Methodenkorb zu vielen vorgestellten Methoden Erfahrungsberichte von Lehrenden. So können Sie für sich Methoden finden, die zu Ihren Fragestellungen passen, typische Problemsituationen gar nicht erst aufkommen lassen und vielleicht neue Wege finden, die Sie als Lehrende von der Aufgabe entlastet, für alles eine Lösung zu wissen. 

Folge 3: Methodenkartothek

Unser Partner wbv stellt Ihnen mit einer Auswahl aus der Methodenkartothek  Handlungsanleitungen für pädagogische Konzepte und Methoden zur Verfügung.

Zur Folge 3

Folge 4: Transfer

In ihrem Blogbeitrag beschreibt Ruth Meyer Junker  die wichtigen Aspekte des Praxistransfers für das pädagogische Handeln.  Weiterhin haben wir für Sie  Handlungsanleitungen  zu Methoden gesammelt, die den Praxistransfer unterstützen.

Zur Folge 4

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„Seit kurzem scheint mir, dass nicht nur die Informationsverarbeitung sondern vor allem die Konzeptualisierung Glücksgefühle hervorruft!“ Der Flow, den der Autor als Lehrender beim Zusammenstellen von Informationen für seine Teilnehmenden empfindet, könnte seiner Meinung nach ein Setting für die Bildungsarbeit sein. In seinem Blogbeitrag beschreibt Jean-Pol Martin wie "Lernen durch Lehren" Flow erzeugen kann.
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Ich habe die vorgestellte Methode "Ideenkorb" gestern in einer Abendveranstaltung anläßlich einer Weiterbildungsmaßnahme mit fester TN-Gruppe angewandt. Zum Auftakt um 18.00 h startete die Gruppe als Team mehrere Versuche, eine Münze auf einem großen Schwungtuch eine ganze Runde auf der Münzseite drehen lassen. Nach mehreren Anläufen funktionierte die Kommunikation und die Kooperation prima, die Münze erreichte unter viel Spaß ihr Ziel. Dies war der Start für den Ideenkorb. Die TN waren danach sehr zufrieden, weil sie sich trotz vorgerückter Tageszeit aktiv und selbstgesteuert mit ihren Themen auseinandersetzen konnten. Sie erlebten sich in tlws. hohem Grade als selbstwirksam. Die Methode beurteilten sie durchweg als nutzbringend für die eigene Zielarbeit.
Mich erinnert vor allen Dingen der Arbeitsschritt in der 3er-Konstellation des Ideenkorbs an die Methode des Reflecting Teams. 

Liebe Frau Kessel,

das freut uns zu hören. Genau so sollen die Erfahrungsberichte und Handlungsanleitungen funktionieren: Dass man als Lehrende etwas Neues ausprobiert. Danke für Ihr Feedback und schön, dass Sie und die Teilnehmenden damit positive Erfahrungen machen konnten!

Ihren Verweis auf die "Reflecting teams" finde ich interessant. Auch dort gibt es Feedback und Ideen von Außen, sicher auch eine bereichnernde Vorgehnsweise. Die Methode des Ideenkorbs unterscheidet sich, soweit ich es verstehe, dahingehend, dass im Ideenkorb noch mehr das Unbewußte, die Gefühlswelt in den Vordergund gestellt wird. Ich habe die Methode mal als Teilnehmerin erfahren und weiß noch, dass ich es toll fand, einfach spontan aus dem Bauch heraus zu urteilen.

Wie schön, dass Sie und Ihre Teilnehmenden diese Methode als Bereicherung erfahren haben.

Viele Grüße,
Kathrin Quilling
 
Ein Hinweis an Interessierte:
"Reflecting Teams" kann man beim Methodenpool nachlesen: http://methodenpool.uni-koeln.de/reflecting/reflecting_kurzbeschreibung.htm