Folge 3: Informationskompetenz

Das Bild zeigt eine Bücherwand, vor der einige leuchtende Birnen hängen und die lange Bücherwand beleuchten.

Foto von Janko Ferlic von Pexels

Wir lesen in der Zeitung über Politik, hören Radio, nutzen den Fernseher und befragen natürlich das Internet, um  Informationen zu bekommen und uns eine eigene Meinung zu bilden. Außerdem tauschen wir uns mit anderen Menschen aus und diskutieren Informationen, Daten und Fakten. Aber nicht alle Informationen, die wir finden, sind richtig, zu den meisten geäußerten Positionen gibt es auch eine Gegenposition  und manche belegte Fakten ergeben in einem falschen Zusammenhang keinen Sinn mehr. Hier hilft Informationskompetenz weiter - die Fähigkeit Wissenshunger zu entwickeln, Informationen zu finden, diese zu strukturieren und zu bewerten und letztlich effektiv nutzen zu können. Mit ausreichender Informationskompetenz können wir uns eigene Meinungen, die auf belegten Fakten beruhen, bilden, uns vor Fake-News schützen und Populismus erkennen. In dieser Dossierfolge haben wir Ihnen hierzu Informationen, Unterrichtsmaterialien und vieles mehr zusammengetragen. 

Wenn Sie etwas ergänzen möchten, schreiben Sie uns gern an info@wb-web.de.

Wissensbausteine

Infografik: Fake News erkennen

Die Inforafik zeigt acht Schritte zum Erkennen von Fake News.

Klicken Sie auf die Infografik, um sie zu vergrößern!

Fake News erkennen (Infografik: International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) Die Infografik ist insgesamt unter CC-BY 4.0 licence veröffentlicht, einzelne Icons können unter die  licence for Flaticon fallen.) 

Spiele für mehr Informationskompetenz

e-Bert - Spiel gegen Fake News & Hate Speech

Das Spiel simuliert einen Chatverlauf, in dem Sie als Spieler*in mit verschiedenen Posts konfrontiert werden, auf die Sie auf verschieden Art und Weise reagieren können. Nach jeder Spielrunde bekommen Sie eine Rückmeldung zu Ihrer Argumentationsstrategie und Vertiefungsmöglichkeiten. Eine Spielrunde dauert etwa 10 Minuten. Aktuell (April 2021) können Sie als Spielthema zwischen Klimamythen oder europafeindliche Parolen  wählen. 

Das Spiel ist variable entweder im Facebook-Messenger oder als Browser-App  spielbar und richtet sich an alle Interessierten, die sich für gute Debatten im Netz und darüber hinaus einsetzen möchten. 

e-Bert ist ein kostenloses Angebot der Friedrich Ebert Stiftung.

Spiel Fakefinder

Das Browserspiel Fakefinder kann dabei unterstützen, Fakten, Satirebeiträge und Unwahrheiten klar voneinander unterscheiden zu lernen. In einem Chatverlauf werden verschiedene Internetfunde in Bildern oder kurzen Texten gepostet, die die Spielenden aufgrund ihrer Quellen bewerten  müssen. Nach jeder Antwort folgt eine Reaktion, warum die Quelle glaubhaft ist oder eben nicht.

Das Spiel Fakefinder vom Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) richtet sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an deren Eltern, Lehrkräfte oder sonstige interessierte Personen, die Informationen kritisch hinterfragen möchten und  lernen wollen einzuschätzen, wie man Fake und Fakt voneinander unterscheidet. 

Hier gelangen Sie zum Spiel.

Gegen Fake-News

Wie glaubwürdig ist das

- News

Wie glaubwürdig ist das
Der Kultur- und Bildungsserver stellt auf seiner Seite einen Glaubwürdigkeitscheck für Internetseiten vor. Mit dem Online-Tool kann man eine erste Einschätzung zur Wahrhaftigkeit der gefundenen Informationen durchführen. Hierzu müssen die Anwender/innen 12 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren beantworten.
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Grundkurs Desinformation

Das Bild zeigt eine Infografik zum Thema "Grundkurs Desinformation"

Infografik von klimafakten.de, CC BY-ND 4.0

Mit einem Klick auf das Bild können Sie sich die Infografik vollständig anzeigen lassen.

Unter folgendem Link können Sie sich die Infografik gegen Desinformation in verschiedenen Dateiformaten und  Sprachen herunterladen oder als kostenloses A2 Poster zuschicken lassen:

P-L-U-R-V – das sind die häufigsten Methoden der Desinformation. Neue Infografik im Posterformat | klimafakten.de

Linkliste der bpb zu Fake News

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat 2018 eine umfangreiche Linkliste zum Thema Fake News verfasst. Die Angebote sind aufgeteilt in  "Angebote zur Medienbildung" und "Angebote zur politischen Bildung". Außerdem verweist die Linkliste auf die Unterseiten zu Hate Speech und Cyber-Mobbing.

Fake News | bpb

Wem kannst du trauen?

Mimikama

Der Österreichische Verein Mimikama, der im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus arbeitet, setzt sich für Aufklärung über Internetmissbrauch ein. Sein Slogan lautet: "zuerst denken - dann klicken".  Auf der Seite mimikama.at werden Fake-News aufgedeckt, Warnungen zu Internetbetrug veröffentlicht und populäre Themen durch umfangreiche Recherche von verschiedenen Seiten beleuchtet, damit Nutzende sich eine eigene Meinung bilden können, die auf echten Fakten und nicht auf Stimmungsmache beruht.

Hier gelangen Sie zu mimikama.at.

False Balance oder falsches Gleichgewicht

Im Gegensatz zu Fakenews gibt es auch wahre Informationen, die aber durch ihre Darstellung in den Medien eine falsche Gewichtung bekommen und dadurch in der Bevölkerung verzerrt und schlimmstenfalls fehlerhaft wahrgenommen werden - dieses Phänomen nennt man "False Balance"  oder "Falsches Gleichgewicht". 

Beispiel: In einer Talkshow werden zwei Personen mit unterschiedlichen Positionen eingeladen. Die eine Person vertritt die Position von insgesamt 96 Kolleg*innen und eine andere Person vertritt ihre eigene Position, die sie mit zwei anderen Menschen teilt. Die Zuschauer der Talkshow bekommen das Gefühl, hier werden  zwei Positionen gleichgewichtet also 50:50 gegenüber gestellt. In Wirklichkeit besteht aber ein Verhältnis von 97:3. 

MDR-Erklärvideo False Balance

Interview mit Prof.  Sven Engesser

Im Gespräch mit Sven Engesser, Professor für Wissenschafts- und Technikkommunikation an der Technischen Universität Dresden, arbeitet das Redaktionsteam von MDR Sachens-Anhalt  heraus, was das Problem der Vermischung von Fakten und Meinungen ist. 

Hier geht`s zum Interview.

Phänomen Filterblase

Gegenrede - Gegen Hass im Netz

Was tun gegen Fake News und Hetze im Netz?

Das ARD Wissenschaftsmagazin Planet Wissen hat sich in einer einstündigen Sendung damit beschäftigt, was Nutzende tun können, um sich Fake News oder Hetze im Netz entgegen zu stellen, denn das Nichtstun von anderen ist für Geschädigte von  Fake News und Hetze oft die schlimmste Erfahrung.  Professor Wolfgang Schweiger, Kommunikationswissenschaftler an der Uni Hohenheim teilt als Experte sein Wissen auf dem Gebiet.

Was tun gegen Fake News und Hetze im Netz? - Planet Wissen - Sendungen A-Z - Video - Mediathek - WDR (planet-wissen.de)

5. Podcast online: Gegen Hass im Netz

- News

5. Podcast online: Gegen Hass im Netz
Im fünften Podcast potenziaLLL spricht wb-web mit Björn Kunter vom Projekt LOVE-Storm - Gemeinsam gegen Hass im Netz. Nichts ist für Opfer von Hass im Netz schlimmer, als eine Community, die wegschaut, ist sich das Projektteam sicher. Aus diesem Grund haben sie die Lern- und Trainingsplattform LOVE-Storm entwickelt, die dabei hilft, aktiv Zivilcourage im Netz zu zeigen. Das Projekt ist im Dezember 2020 mit dem Innovationspreis des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung e. V. ausgezeichnet worden.
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Medienkompetenz

wb-web-Webinar: Testen Sie Ihre Medienkompetenz 

- News

wb-web-Webinar: Testen Sie Ihre Medienkompetenz 
Sie suchen Material für eine Lehreinheit im Internet. Worauf müssen Sie achten, wenn Sie Videos, Bilder, Texte usw. aus dem Internet einsetzen? Diese und ähnliche Fragen  stellt der Selbsttest für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung, den das Projekt MEKWEP entwickelt hat. Das Testergebnis gibt  ausführliches Feedback zu verschiedenen Bereichen des Umgangs mit Medien als Lehrkraft. Eine nützliche Grundlage, um  gerade bei Überlegungen zu digitalen Lernformaten das eigene professionelle Handeln weiterzuentwickeln. Am 7.12.2018 von 11:00 -12:00 Uhr stellten im wb-web-Webinar die Projektleiter den Fragebogen und das ihm zugrunde liegende medienpädagogische Kompetenzmodell  für Lehrende in der Erwachsenenbildung vor.
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"Digital Literacy" - Versuch einer Begriffsbestimmung

- Blog

"Digital Literacy" - Versuch einer Begriffsbestimmung
Fähigkeiten, mit digitalen Medien umzugehen, sind in unserer Gesellschaft Grundlage für die Gestaltung des Lebens in allen Bereichen. Mit dem Begriff „Digital Literacy“ wird versucht, den Bildungsbereich zu fassen, der es Menschen ermöglicht, sich durch bzw. mit digitalen Medien zu informieren und zu kommunizieren. Doch was zeichnet diesen Begriff aus? Dieser Frage geht der nachfolgende Text nach.
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Lehrmaterialien Digitale Grundbildung

Das Bild zeigt ein Smartphone mit einem 3D-Bild einer Stadt.

Auf dieser Seite finden Sie neben Tools zum Kompetenz-Checks, Handlungsanleitungen, Checklisten und vieles  mehr zur Unterrichtsvorbereitung.  

Die Materialien  beziehen sich auf drei Ebenen, in denen Digital Literacy stattfinden kann:

  • digitale Grundbildung als eigenständiger Lehr-Lerninhalt
  • Digitale Grundbildung als Querschnittsaufgabe
  • Digitale Grundbildung für Lehrende als Zielgruppe
  • weitere Materialien
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Medien Effekte 

Agenda Setting

Dieser Ansatz beschreibt die Korrelation zwischen der Medien- und Publikumsagenda. Themen, die in Massenmedien viel Aufmerksamkeit erhalten, ziehen in politische und gesellschaftliche Diskussionen ein.  Die Medienagenda beeinflusst die Publikumsagenda. Der Verlauf des Agenda-Setting-Prozess lässt sich mit verschiedenen Modellen erklären:

Kumulationsmodell: Je intensiver die Berichterstattung über ein Thema, desto höher dessen Ranking in der Publikumsagenda. Die Beziehung zwischen der Intensität der Thematisierung und dem Problembewusstsein des Rezipienten verläuft linear.

Schwellenmodell: Es erfordert ein Mindestmaß an Berichterstattung, um ein Thema auf der Publikumsagenda zu platzieren. Andernfalls wird das Thema von der Bevölkerung nicht beachtet.

Beschleunigungsmodell: Katastrophen, Skandale oder aktuell eine Pandemie wirken als Trigger (Events). Hierbei reagiert das Publikum überdurchschnittlich schnell und intensiv auf die Thematisierung in der Berichterstattung der Medien.

Trägheitsmodell: Ab einem bestimmten Punkt treten Abnutzungserscheinungen eines Themas auf. Die Themenrelevanz nimmt nur noch unterdurchschnittlich zu.

Echomodell: Obwohl z.B. die Berichterstattung über eine Katastrophe ab einem Zeitpunkt relativ stark abnimmt, verbleibt das Thema sowohl in der Publikumsagenda.

Spiegelungsmodell: Hierbei bestimmt die Publikums- die Medienagenda.

Die Agenda Setting-Effekte erfordern neben der Medienberichterstattung die direkte Konfrontation mit einem Thema im Alltag. Der Grad der Sichtbarkeit und der Auffälligkeit ist hierbei ausschlaggebend. Die Wirkung wird differenziert und erklärt mit Inhalts-, Nutzungs- Bindungs- und Kontextwirkungen.

Quelle: MEDIENEFFEKTE (o.J.). AGENDA SETTING.

Reziproke Effekte

Der Begriff beschreibt die wechselseitigen Effekte zwischen Medien und Rezipienten, ausgehend davon, dass Medienpräsenz (Medienagenda) diejenigen beeinflusst, über die berichtet wird. Deren Reaktion löst daraufhin eine weitere Medienpräsenz aus.

Quelle: MEDIENEFFEKTE (o.J.). REZIPROKE EFFEKTE.kopiere ich morgen hierhin SW