Handlungsanleitung

Methoden für Intergenerationelles Lernen: Stellübung Lebenswelten

Für Bildung ist es unabdingbar Differenzen zu erfahren. Das Erkennen eines Unterschieds zu unseren bisherigen Erfahrungen und Wissensbeständen ermöglicht die Auseinandersetzung mit etwas Neuem und ist damit eine Initialzündung für Lernprozesse.  Um methodisch herauszuarbeiten, ob die Teilnehmenden in intergenerationellen Bildungsveranstaltungen sich eher in ähnlichen oder eher in unterschiedlichen Lebenswelten befinden, kann die Methode „Stellübung Lebenswelten“, bei der sich die Teilnehmenden im Raum positionieren, hilfreich sein. 

Anleitung

In der Vorbereitung werden Karten mit abstrakten Ortsbezeichnungen beschriftet, z.B. Arbeitsplatz, Bibliothek, Kino, Schule, Museum, Kneipe, Zuhause, Disco, Restaurant, Park, Biergarten, Theater, Internet…

Diese Karten werden im großen und leeren Raum verteilt. Die Teilnehmenden werden daraufhin gebeten, sich anhand folgender oder ähnlicher Leitfragen zu den Karten zu stellen:

  • „Wo bin ich in der Freizeit am häufigsten?“
  • „Wo gehe ich hin, wenn ich abends ausgehe?“
  • „Wo bin ich vormittags meistens?“
  • „Wo treffe ich Freunde und Bekannte?“
  • „Was mache ich am Wochenende?“ 

Nach den jeweiligen Aufstellungen und den sich ergebenden Konstellationen können die Teilnehmenden entweder gebeten werden, ein kurzes Statement über diesen Ort abzugeben, oder die Gruppen werden aufgefordert, sich kurz über die Bedeutung des Ortes zu unterhalten. Dieses Prinzip lässt sich auf die konkrete Lernsituation der Veranstaltung abstimmen. Bei sozialraumorientierten Veranstaltungen können die Räume konkret benannt werden. Zudem können die Orte auch je nach Thema der Veranstaltung ausgewählt werden. Bei einem Sprachkurs bietet es sich beispielsweise an, Orte aus dem jeweiligen Herkunftsland der Teilnehmenden einzubeziehen. 


Quellen

Franz, J. (2014). Intergenerationelle Bildung. Lernsituationen gestalten und Angebote entwickeln. Bielefeld: W. Bertelsmann.


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