Handlungsanleitung

Methoden für intergenerationelles Lernen: Brief an die eigene/andere Generation

Die Reflexion der eigenen generationsspezifischen Prägung ist ein erster wichtiger Schritt, um einen Zugang zu intergenerationellen Lernprozessen zu bekommen. Das Verfassen von Briefen ermöglicht eine individuelle und sehr persönliche Reflexion von Lernerfahrungen und stellt eine bewährte Reflexionsmethode in Einzelarbeit dar, die sich auch für Abschlussreflexionen eignet. 

Anleitung

Die Teilnehmenden werden gebeten, einen Brief über ihre Lernerfahrungen an jemanden (fiktiven) außerhalb der eigenen Lerngruppe zu schreiben. Diese Personen können z. B. Bezugspersonen aus der genealogischen Generationenperspektive (Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel), aus einem pädagogischen Generationenverständnis (z. B. ehemalige Lehrkräfte oder Jugendgruppenleitungen) oder aus einem historisch-soziologischen Generationenverständnis (z. B. gleichaltrige Jugendfreunde) sein. Zur Unterstützung können sie Leitfragen und Anregungen erhalten, die helfen, ihren persönlichen Lernprozess zu reflektieren und/oder besondere Lernerfahrungen und persönliche Konsequenzen zu beschreiben.

Nach dem Verfassen des Briefes wird dieser in einen an sich selbst adressierten Umschlag gesteckt und den Lehrenden übergeben. Diese schicken die Briefe dann ca. einen Monat nach der Veranstaltung an die Teilnehmenden ab, um den Reflexionsprozess nach der Bildungsmaßnahme auf diese Weise zu vertiefen.

Für das Verfassen eines persönlichen Briefes sollte den Teilnehmenden mindestens 30 Minuten Zeit gelassen werden.

Die Auseinandersetzung mit einem fiktiven Anderen aus einer bestimmten Generation ermöglicht die Reflexion der eigenen biografisch geprägten Generationenzugehörigkeit. Diese Form der Selbstreflexion kann Teilnehmende für die Bedeutung der eigenen Prägung wie auch der anderer Teilnehmender sensibilisieren.



Quellen

Franz, J. (2014). Intergenerationelle Bildung. Lernsituationen gestalten und Angebote entwickeln. Bielefeld: W. Bertelsmann.


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