Handlungsanleitung

Fishbowl: Diskussionsrunden mit spezieller Sitzordnung

Ziel der Methode des Fishbowl (aus dem Englischen für „Aquarium“) ist es, die soziale Kompetenz, insbesondere die Beobachtungsfähigkeit für kommunikative und pädagogische Prozesse, zu schärfen. Die Methode eignet sich aber auch, um Diskussionen für die die Gruppe zu groß ist, in einem kleinen Vertreterkreis zu diskutieren.

Die Methode basiert auf einer speziellen Sitzordnung: Ein Teil der Teilnehmenden bildet einen inneren Ring, in dem ein Problem diskutiert wird. In einem äußeren Kreis sitzen die anderen Teilnehmenden (Abb. 1). Ihre Aufgabe ist es zu beobachten, wie die Diskutierenden ihre Wirklichkeiten wahrnehmen und zur Sprache bringen. Gelernt wird also eine Beobachtung zweiter Ordnung. Anschließend kann ein Austausch zwischen innerem und äußerem Kreis stattfinden.

Alternativ dazu kann man auch folgende Anordnung arrangieren: Im Innenkreis bleiben ein oder zwei Stühle frei, so dass Teilnehmende des Außenkreises diesen Platz besetzen und sich an der Diskussion beteiligen können.

Grafik: Kreis aus Punkten darin Kreis aus Vierecken

Abbildung 1: Innenkreis/Außenkreis beim Fishbowl

Weitere Einsatzmöglichkeiten

  • Die Fishbowl-Methode ist auch geeignet, wenn das Plenum für eine intensive Diskussion zu groß ist. Dann diskutieren im Innenkreis die Vertreterinnen und Vertreter einzelner Meinungen.
  • Denkbar ist außerdem, dass Expertinnen und Experten im Innenkreis diskutieren.
  • Der Innenkreis kann aus einer Untergruppe der Gesamtgruppe bestehen.
  • Nicht zuletzt kann die Fishbowl-Methode zur Supervision für pädagogische und soziale Berufe eingesetzt werden, wie das folgende Beispiel zeigt.

Beispiel

In der Lehrerfortbildung wird ein kontroverses pädagogisches Thema erörtert. Der äußere Kreis erhält Beobachtungsaufgaben, z.B.:

  • Wie moderiert die Gesprächsleitung?
  • Wie strukturiert sie die Diskussion?
  • Wie vermittelt sie zwischen unterschiedlichen Meinungen?
  • Wie gehen die Diskutierenden miteinander um, eher verständigungsbereit oder eher polarisierend?
  • Kommen alle zu Wort?
  • Werden alle wichtigen Informationen und Argumente berücksichtigt? Kommt die Diskussion zu einem Ergebnis?


Quelle

Quelle: Siebert, H. (2010). Methoden für die Bildungsarbeit. Leitfaden für aktivierendes Lehren (4. Aufl.). Bielefeld: W. Bertelsmann. 


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