Checkliste

Gruppendynamik: Was ist zu tun in schwierigen Situationen?

In der Erwachsenenbildung treffen sich in der Regel Menschen in einem Kurs, die sich noch nicht kennen – nicht untereinander, auch nicht oder die Lehrenden. Mehr noch: Sie unterscheiden sich deutlich stärker als etwa Kinder in Schulklassen durch Alter, Biografie, Lebenssituation und wahrscheinlich auch durch Lerninteressen, Lernerfahrungen und Lernstrategien. Die erste wichtige Aufgabe des Lehrenden ist es daher, diese für den Kurs zusammengekommene Gruppe zu einer sozialen Einheit zu formen.

Auch bei bester Planung und Steuerung von Gruppenprozessen in Seminaren wird es zu schwierigen Situationen kommen. So ist etwa aus einwöchigen Seminaren bekannt, dass am Ende des ersten Drittels, also meist am Abend des zweiten Tages, eine Art Tiefpunkt erreicht wird, die Teilnehmenden unzufrieden und überkritisch sind – ganz unabhängig davon, wie gut der Kurs bis dahin verlaufen ist. Es ist daher gut, sich auf die Bewältigung kritischer Situationen vorzubereiten.

Klären Sie mit sich und den Teilnehmenden folgende Fragen:

Realität erfassen

  • Wessen Arbeitsfähigkeit ist gestört?
  • Wie erleben die Beteiligten das Problem?
  • Was sollen die Beteiligten voneinander wissen?
  • Wenn nichts getan wird: Wie wird sich die Situation entwickeln?
  • Soll ich handeln, sollen die Anderen handeln?
  • Wann soll gehandelt werden?
  • Was soll das Handeln bewirken?

Arbeitsfähigkeit herstellen

  • Was möchten die Beteiligten anders haben?
  • Was wollen/was können die Beteiligten dafür tun?
  • Was wäre eine gute Maßnahme/Vereinbarung?
  • Was ist zu tun, wenn die Maßnahme/Vereinbarung nicht klappt?
  • Wie steht es jetzt mit der Arbeitsfähigkeit? 


Quellen

Nuissl, E. & Siebert, H. (2013). Lehren an der VHS. Ein Leitfaden für Kursleitende. Bielefeld: W. Bertelsmann.


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