Financial Literacy

Finanzielle Grundbildung als Basis für gesellschaftliche Teilhabe

Eine Wortwolke mit allen Synonymen zu dem Begriff "Finanzielle Grundbildung".

Synonyme zum Begriff "Finanzielle Grundbildung" (Bild urheberrechtlich geschützt Projekt curve)

Mit dem neuen Thema „Finanzielle Grundbildung“ rückt die Vermittlung von Alltagskompetenzen in den Fokus. Bis dato standen Lesen und Schreiben, also die Alphabetisierung im Mittelpunkt, wenn die Begriffe „Alphabetisierung“ und „Grundbildung“ genannt wurden. Doch die Anwendungsbereiche der Grundbildung sind vielfältiger. Die „Finanzielle Grundbildung“ ist hierbei ein neues Thema und steht beispielhaft für die sich verändernden gesellschaftlichen Kompetenzanforderungen an das Individuum.

So sind Gründe für die Finanzielle Grundbildung zum Beispiel

  • der Verschuldungsgrad von Privathaushalten,
  • die Erfordernis privater Vorsorge,
  • die Komplexität der Warenwelt und der Finanzdienstleistungen oder
  • Veränderungen der Gesellschaft und Arbeitswelt.  (vgl. Mania & Tröster, 2015, S. 12)

Verschuldung

Nicht erst seit der Fernsehsendung „Raus aus den Schulden“ ist die Verschuldung deutschlandweit ein Thema. Insgesamt 6,9 Millionen Menschen gelten als verschuldet. Dabei hat die Verschuldung im Alter stark zugenommen. Vier von fünf der Neuverschuldeten sind über 50 Jahre alt. Als "überschuldet" gilt jemand, dessen zu leistende Gesamtausgaben höher sind als die Einnahmen.

Vorsorge

„Die Rente ist sicher!“ – Der trügerische Slogan von Dr. Norbert Blüm aus dem Jahr 1986 vertuschte damals  die schon absehbaren und heute spürbaren Folgen des demografischen Wandels. Für die erforderliche private Vorsorge stehen heute vielfältige Angebote zur Verfügung, die eine intensive Auseinandersetzung zur Entscheidungsfindung bedingen. 

Konsum und Finanzdienstleistungen

Überhaupt hat durch die Globalisierung die Komplexität der Warenwelt und der Finanzdienstleistungen zugenommen. Varianten eines Produkts in unterschiedlichen Packungsgrößen, verschiedene Siegel und Zertifikate erschweren die Auswahl. Die Unübersichtlichkeit der Dienstleistungen im Finanzsektor steht dem nichts nach.

Gesellschaft und Arbeitswelt

Die Veränderungen der Gesellschaft und der Arbeitswelt  als Grund für den Bedarf an Finanzieller Grundbildung fokussieren 

  • die schlechteren Einkommens- und Arbeitszeitverhältnisse,
  • die verringerte familiäre Absicherung durch gestiegene Scheidungsraten und in deren Folge eine gestiegene Zahl Alleinerziehende sowie
  • die steigende Anforderung an eine höhere Mobilität.

Typische Situationen mit Bedeutung für finanzielle Entscheidungen sind biografische Übergänge oder kritische Lebenssituationen, wie zum Beispiel Langzeitarbeitslosigkeit, Familiengründung, Haushaltsgründung, Überschuldung, Renteneintritt, Scheidung bzw. Trennung. Entsprechend vielfältig sind die Themen und Inhalte der Finanziellen Grundbildung.

Zielgruppen

Mögliche Zielgruppen von Angeboten im Bereich Finanzielle  Grundbildung sind zum Beispiel:

  • Ratsuchende aus der Schuldnerberatung,
  • Familien,
  • Beschäftigte im Niedriglohnsektor,
  • Teilnehmende in Alphabetisierungskursen,
  • geringqualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund,
  • Empfänger von Sozialleistungen (ALG II),
  • "bildungsferne" Ältere,
  • Menschen mit Behinderungen.  (vgl. Mania & Tröster, 2015, S. 34)

Quelle:  Mania, E. & Tröster, M. (2015). Finanzielle Grundbildung. Programme und Angebote planen. Bielefeld: W. Bertelsmann. DOI: 10.3278/43/0049w

Ziele der Finanziellen Grundbildung

Ziele der finanziellen Grundbildung sind die existenziell basalen und unmittelbar lebenspraktischen Anforderungen des alltäglichen Handelns und der Lebensführung in geldlichen Angelegenheiten. 

Quelle:  Mania, E. & Tröster, M. (2014). Finanzielle Grundbildung – Ein Kompetenzmodell entsteht. IN Hessische Blätter für Volksbildung, 64(2), 136-145

Finanzielle Grundbildung immer mehr im Fokus des Interesses

Das Bild zeigt eine Wortwolke mit Synonymen zur Finanziellen Grundbildung

Finanzielle Grundbildung hat sich in den letzten Jahren als Teil einer ganzheitlichen Grundbildung in Deutschland etabliert.  Wie sich der Umgang mit Geld im Kontext des Alltags gestaltet und welche Kompetenzen dies erfordert, wurde in dem DIE-Projekt „Schuldnerberatung als Ausgangspunkt für Grundbildung. Curriculare Vernetzung und Übergänge“ (CurVe) untersucht. Entwickelt wurde das CurVe-Kompetenzmodell Finanzielle Grundbildung, auf dessen Grundlage Lernangebote und Fortbildungen zur Sensibilisierung erarbeitet und durchgeführt wurden. Das Projekt wurde im September 2015 erfolgreich abgeschlossen.

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WORTE ZÄHLEN

Cover der Broschüre Wörter zählen

Die Broschüre zu der Ausstellung "WORTE ZÄHLEN" zeigt, wie
sich Künstlerinnen aus ihrer jeweils eigenen Perspektive
der Thematik "Alphabetisierung und Finanzielle Grundbildung" annähern und ermöglichen uns so einen anderen,
einen neuen Blick, der interessante und anregende
Impulse geben kann.