Wissensbaustein

Kommunikative Kompetenz

Mehr als nur eine gute Aussprache: situationsangemessen kommunizieren

Mann in Gesprächssituation mit weiterer Person

Fragende Gesichter im Gespräch: Wie kann man dies verhindern?  (Bild: AI25.Studio, pexels.com, nicht CC-BY-SA).

Kommunikation gelingt nicht automatisch dadurch, dass Sprecherinnen und Sprecher grammatikalisch korrekte Sätze bilden können. Gerade in der Erwachsenenbildung zeigt sich immer wieder, dass sprachlich einwandfreie Äußerungen in der jeweiligen Situation trotzdem unpassend, verletzend oder wirkungslos sein können. Ob eine Rückmeldung an Lernende ankommt, ob eine Diskussion konstruktiv verläuft oder ob eine Konfliktsituation entschärft wird, hängt maßgeblich davon ab, ob Lehrende und Lernende wissen, was in welchem Moment, gegenüber wem und auf welche Weise angemessen ist. Wenn es Lehrenden und Bildungseinrichtungen gelingt, diese Kommunikative Kompetenz sowohl bei sich selbst als auch bei den Lernenden gezielt zu fördern, wird Kommunikation zu einem tragenden Element gelingender Lehr-Lern-Prozesse statt zu einer Fehlerquelle.

In diesem Wissensbaustein lernen Sie die theoretischen Grundlagen der Kommunikativen Kompetenz nach Hymes und Chomsky kennen, erfahren anhand eines Praxisbeispiels aus der Erwachsenenbildung, wie sich die vier zentralen Fragen „ob, wann, zu wem und auf welche Weise" konkret anwenden lassen, und erhalten einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder für Lehrende und Lernende. Darüber hinaus zeigt der Baustein, wie aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz das Konzept erweitern, und verweist auf weiterführende Materialien und Trainingsansätze für die praktische Umsetzung

DefinitionWas ist das?

Kommunikative Kompetenz ist der situationsangemessene, wirksame und sozial passende Einsatz sprachlicher und nichtsprachlicher Mittel, um kommunikative Ziele zu erreichen. Da dieses Ziel vom Kontext sowie den Adressierten der Kommunikation beeinflusst wird, beinhaltet Kommunikative Kompetenz, angemessene und wirksame Fertigkeiten auszuwählen und anzuwenden und so den Rollen der Beteiligten und dem Kommunikationsziel anzupassen (Kiessling & Fabry, 2021).

GeschichteWoher kommt das?

Das Konzept der Kommunikativen Kompetenz entwickelte sich in den frühen 1970er Jahren. Hymes (1972) wies die von Chomsky (1965) entwickelte Theorie der Unterscheidung zwischen sprachlicher Kompetenz und sprachlicher Performanz zurück. Nach dieser wird mit einem idealen Hörenden und Sprechenden in einer idealen und homogenen Sprachgemeinschaft – d.h., unbeeinflusst von Störungen – eine perfekte Grammatik hervorgebracht. Chomsky bezeichnete diese idealisierte Fertigkeit zur Sprachproduktion als Kompetenz des Sprechenden und die tatsächlich hervorgebrachte Sprache als dessen Performanz.

Meyer (2015) stellt den Zusammenhang von Kompetenz und Performanz anschaulich in einer Abbildung dar. Die Kompetenz ist demnach die Tiefenstruktur. Sie ist nicht sichtbar und eher ein Modell. Demgegenüber ist die Performanz die individuelle gezeigte Leistung, die sichtbar und messbar wird.

Perfomanz und Kompetenz nach Meyer

Performanz und Kompetenz nach Meyer, 2015, S. 5.

Die Kompetenz ist demnach die Tiefenstruktur. Sie ist nicht sichtbar und eher ein Modell. Demgegenüber ist die Performanz die individuelle gezeigte Leistung, die sichtbar und messbar wird.

Die zentrale Kritik Hymes' an Chomskys Theorie war, dass sein Begriff der Sprachkompetenz Sprache zu stark als abstraktes Regelsystem verstand. Im Fokus standen grammatische Korrektheit und die idealisierte Sprechenden-Hörenden-Kompetenz, nicht aber, ob, wann, zu wem und auf welche Weise eine Äußerung in einer sozialen Situation angemessen ist. Hymes erweiterte deshalb die Theorie um die soziale und funktionale Verwendbarkeit von Sprache.

Hymes wies mehrere Aspekte von Chomskys Theorie zurück, weil sie soziokulturelle Faktoren, die die Performanz beeinflussen, nicht berücksichtige. Anstatt sprachliche Äußerungen, die von einem perfekten, idealisierten Sprachgebrauch abweichen, als Fehler zu betrachten, argumentierte Hymes, dass sie vielmehr eine andere Art von Kompetenz zeigen: die Fähigkeit, soziale Regeln auf Sprache anzuwenden.

Er formulierte vier Fragen, mit denen sich eine integrierte Theorie von Linguistik, Kommunikation und Kultur - also Kommunikative Kompetenz - befassen müsse:

  •        Ob und in welchem Ausmaß etwas formal möglich ist,
  •         ob und in welchem Ausmaß etwas aufgrund der verfügbaren Mittel realisierbar ist,
  •         ob und in welchem Ausmaß etwas im jeweiligen Kontext, in dem es verwendet und bewertet wird, angemessen ist und
  •        ob und in welchem Ausmaß etwas tatsächlich getan bzw. hervorgebracht wird und was dieses Handeln einschließt (Hymes, 1972, S. 281).

MerkmaleWie geht das?

Wie funktioniert Kommunikative Kompetenz in der Praxis? Gehen wir die vier Aspekte „ob, wann, zu wem und auf welche Weise“ an einem fingierten, aber möglichen Beispiel aus der Erwachsenenbildung durch: Eine Kursleiterin merkt, dass ein Teilnehmer die Gruppe ständig unterbricht und andere kaum zu Wort kommen lässt.
 

Grammatikalisch wäre zum Beispiel vieles möglich, mit dem die Kursleiterin hier kommunikativ reagieren könnte:

  •         „Sie reden zu viel.“
  •        „Könnten Sie bitte aufhören, ständig dazwischenzureden?“
  •         „Ich würde gern darauf achten, dass alle genügend Redezeit bekommen.“
  •         „Herr Y, ich komme gleich auf Ihren Punkt zurück - zuerst möchte ich Frau Z ausreden lassen.“

Alle diese Äußerungen sind sprachlich verständlich. Für Hymes ist aber die wichtigere Frage: Welche davon ist in dieser Situation kommunikativ angemessen?

Hier kommen seine Fragen ins Spiel:

Ob

Nicht alles, was man sagen kann, sollte man auch sagen. Die Kursleiterin muss überlegen, ob eine direkte Kritik vor der ganzen Gruppe sinnvoll ist oder ob sie den Teilnehmer lieber erst später im Einzelgespräch anspricht.

Wann

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Wenn sie ihn mitten in einem emotionalen Wortbeitrag scharf unterbricht, kann das eskalieren. Wartet sie aber zu lange, leidet die Gruppendynamik. Angemessen wäre wahrscheinlich ein früher, aber ruhiger Eingriff im Moment des Geschehens.

Zu wem

Die Formulierung hängt davon ab, wer angesprochen wird. Spricht die Kursleiterin zur ganzen Gruppe, könnte sie allgemeiner formulieren: „Ich möchte, dass wir darauf achten, dass wir einander ausreden lassen.“

Spricht sie den Teilnehmer direkt an, wäre eine höflichere, gesichtswahrende Form möglicherweise besser: „Herr Y, ich merke, dass Sie viele Ideen einbringen - lassen Sie uns einen Moment auch die Ideen der anderen Teilnehmenden hören.“

Auf welche Weise

Damit ist die soziale und sprachliche Form gemeint: Tonfall, Höflichkeit, Direktheit, Distanz, Wortwahl. (Nicht nur) in der Erwachsenenbildung ist es wichtig, Teilnehmende als autonome Lernende respektvoll zu behandeln. Ein schulmeisterlicher Ton wie: „Jetzt sind Sie mal still“ wäre zwar verständlich, aber sozial unangemessen.

Kommunikativ kompetent wäre hier eher: „Ich möchte kurz darauf achten, dass alle Raum bekommen. Herr Y, ich notiere Ihren Punkt und komme gleich darauf zurück.“

Diese Äußerung ist nicht nur sprachlich korrekt, sondern auch situationsangemessen, rollengerecht und beziehungsorientiert.

Ein didaktisch zugespitzter Merksatz wäre: „Nicht nur korrekt, sondern passend sprechen.“

In der Literatur wird der Erwerb Kommunikativer Kompetenz als mehrdimensionaler, langfristiger Lernprozess verstanden. Er beruht nicht allein auf Wissensaufbau – wenngleich dies die Grundlage für Kompetenzentwicklung darstellt (vgl. Kilian, 2020), sondern auf dem Zusammenspiel von theoretischem Wissen, praktischer Anwendung, sozialer Interaktion, Feedback und Reflexion.

Ein zentraler Weg ist die Praxis des Wiederholens und Reflektierens: Kommunikative Kompetenz entsteht schrittweise durch Erfahrung und Einübung in unterschiedlichen Kontexten, nicht durch einmaliges Lernen (Kiessling & Fabry, 2021). Damit verbunden ist erfahrungsbasiertes Lernen, bei dem kommunikative Anforderungen in realitätsnahen Situationen bearbeitet und anschließend ausgewertet werden.

Ein weiterer Entwicklungsweg ist Feedbackgestütztes Lernen. Kommunikative Kompetenz wächst besonders dann, wenn Lernende Rückmeldungen zu Wirkung, Verständlichkeit und Angemessenheit ihres Verhaltens erhalten. Dies gilt sowohl für Fremdfeedback durch Lehrende oder Peers als auch für Selbstreflexion und kritische Selbstbeobachtung, die helfen, eigenes Kommunikationshandeln bewusst zu analysieren und anzupassen, wie Koerfer & Albus (2018) im Rahmen der Kommunikationsausbildung für Arzt-Patienten-Gespräche anschaulich darstellen. Ergänzend wird auf die Bedeutung von korrektivem Feedback in kommunikativen Situationen verwiesen, weil dadurch sprachliche Form, soziale Angemessenheit und situative Passung gemeinsam gelernt werden (Vance, 2019).

Zudem sind Modelllernen und soziale Interaktion wichtige Erwerbswege für Kommunikative Kompetenz. Lernende orientieren sich an kompetenten Vorbildern und entwickeln kommunikative Fertigkeiten im Austausch mit anderen weiter. Ebenso gelten Rollenspiele, Simulationen und fallbezogene Übungen als geeignet, da sie geschützte Übungsräume schaffen und zugleich den Transfer in spätere Praxissituationen fördern (Kiessling & Fabry, 2021; Koerfer & Albus, 2018). Schließlich wird eine frühe curriculare Einbindung empfohlen: Da Kommunikative Kompetenz langfristig aufgebaut wird, sollte ihre Entwicklung möglichst früh systematisch in Bildungsprozesse integriert werden (Carlsson, 2024).

HandlungsfelderWo brauche ich das?

In der Erwachsenen- und Weiterbildung wird Kommunikative Kompetenz in zahlreichen Handlungsfeldern benötigt. Grundsätzlich kann hier differenziert werden zwischen den Anforderungen an Lehrende und Anforderungen an Lernende.

„Kommunikation und Interaktion in und mit der Lerngruppe gehören zu den wesentlichen Elementen des Lehrhandelns“ (GRETA, o. D.) und damit zum Kompetenzprofil professionell Lehrender. Demnach sollen Lehrende „über Kommunikations- und Interaktionsprozesse die Zusammenarbeit mit anderen steuern, Arbeits- und Entwicklungsprozesse begleiten und moderieren. Im Sinne einer professionellen Kommunikation ist eine professionelle Gesprächsführung unter Beachtung allgemeiner Umgangsformen sowie die Gestaltung einer kooperativen und konstruktiven Gesprächskultur elementar“ (ebd.).

In erster Linie ist Kommunikative Kompetenz für Lehrende zunächst in der Gestaltung der Lehr-Lern-Interaktion zentral: Inhalte müssen verständlich erklärt, Lernprozesse sprachlich strukturiert und die Lernenden motiviert werden. Zugleich braucht es Kommunikative Kompetenz, um eine lernförderliche Gruppendynamik aufzubauen, Diskussionen anzuleiten und Beteiligung zu ermöglichen. Eng damit verbunden sind die Felder Moderation und Gruppenleitung, in denen Lehrende Gruppenprozesse beobachten, Rollen in Lerngruppen erkennen und Kommunikation situationsgerecht steuern müssen (Weiterbildungsakademie Österreich [wba], 2026). Ebenfalls bedeutsam sind Feedback und Evaluation: Lehrende sollen professionell Rückmeldung geben, Kritik aufnehmen und Evaluationen kommunikativ begleiten und auswerten (wba, 2026). Hinzu kommen Beratung und Lernbegleitung, etwa wenn Erwachsene bei Bildungsentscheidungen, Lernhindernissen oder Berufsorientierung unterstützt werden. Hierfür sind adressatengerechte, wertschätzende und motivierende Gesprächsformen erforderlich. Schließlich ist Kommunikative Kompetenz auch in der Konfliktbearbeitung und in Präsentationssituationen wichtig, da Lehrende mit heterogenen Gruppen arbeiten, Spannungen konstruktiv aufgreifen und Inhalte anschaulich vermitteln müssen (GRETA, o. D.; Teuchert, 2016; wba, 2026). Anhand dieser sicher nicht vollständig aufgeführten Anforderungen an die Kommunikative Kompetenz von Lehrenden verdeutlicht sich auch die Kritik Hymes' am Modell Chomskys und seiner Erweiterung: denn es ist in Lehr-Lern-Kontexten zentral, ob, wann, zu wem und auf welche Weise eine Äußerung in einer sozialen Situation angemessen ist.

Dass Kommunikative Kompetenz einen Einfluss auf den Lernerfolg und die Motivation hat, zeigen Untersuchungen. Empathische und warmherzige Lehrpersonen fördern die Motivation, aktives Zuhören, Paraphrasieren und Perspektivwechsel wirken förderlich auf das soziale, persönliche und fachliche Lernen, die richtige Fragetechnik führt zur Motivation und Involviertheit Lernender, die richtige Intonation beim Sprechen unterstützt die Aufnahmefähigkeit der Zuhörenden (ausführlicher bei Teuchert, 2016, S. 32ff.).

Auch für Lernende ist Kommunikative Kompetenz von hoher Bedeutung. In der ESCO, der Europäischen Klassifizierung für Fähigkeiten/Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe, bilden sie zusammen mit den sozialen Kompetenzen eine der sechs beschriebenen Kategorien transversaler Kompetenzen und werden dort in fünf Gruppen unterteilt:

  1.    Kommunikation,
  2.     Unterstützung für Menschen,
  3.     Zusammenarbeit in Teams und Netzwerken,
  4.     Menschenführung und
  5.     Einhaltung des ethischen Verhaltenskodex (CEDEFOP, 2023).

Diese Einordnung unterstreicht die Bedeutung Kommunikativer Kompetenz für Menschen für soziale und gesellschaftliche Teilhabe, Zusammenarbeit und konstruktiven Umgang mit Differenzen. Für Lern- und Arbeitskontexte wird Kommunikative Kompetenz zudem als bedeutsam für Motivation, Beteiligung und gelingende Interaktion dargestellt.

In Trainings ist Kommunikative Kompetenz vor allem in kooperativen Lernformen relevant. In Gruppenarbeit, Peer-Learning und Diskussionen müssen Lernende Ideen verständlich ausdrücken, andere Perspektiven aufnehmen und gemeinsame Lösungen entwickeln. Ebenso wird sie in Präsentationen und mündlichen Beiträgen benötigt, etwa wenn Arbeitsergebnisse vorgestellt oder eigene Positionen argumentativ vertreten werden. In der Weiterbildung spielt zudem die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme an Feedbackprozessen eine wichtige Rolle: Lernende sollen Rückmeldungen geben, annehmen und zur Verbesserung ihres Handelns nutzen können (wba, 2026). Darüber hinaus ist Kommunikative Kompetenz in Feldern wie Konfliktlösung, Zusammenarbeit und Netzwerkbildung bedeutsam, weil Weiterbildung häufig auf berufliche und soziale Anschlussfähigkeit zielt. Insgesamt zeigt die Literatur damit, dass Kommunikative Kompetenz in der Erwachsenenbildung nicht nur ein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung erfolgreichen Lehrens und Lernens ist.

Für den Erwerb Kommunikativer Kompetenz benötigen Lernende Lernangebote, die kommunikative Anlässe schaffen und die Wiederholungen sowie Reflexionen verbunden mit Feedback integrieren. Dabei hängt es davon ab, wofür Kommunikative Kompetenzen entwickelt werden sollen. Integrationsangebote werden sich sicher von Führungskräftetrainings unterscheiden, so wie sich Trainings für Personen, die im interkulturellen Bereich Kommunikative Kompetenz erwerben wollen von Trainings unterscheiden, die z.B. auf Krisenkommunikation vorbereiten. Auf wb-web finden sich zahlreiche Materialien, die die Förderung von Interaktion und vielfältige Methoden zur Gestaltung interaktiver Kurse unterstützen und damit zum Auf- und Ausbau Kommunikativer Kompetenzen beitragen.

DiskussionWas wird diskutiert?

Kritisch diskutiert wird vor allem die begriffliche Unschärfe des Konzepts. In der Forschung wird Kommunikative Kompetenz teils mit performance oder allgemeinen communication skills gleichgesetzt, was die theoretische Abgrenzung erschwert (Mootoosamy & Aryadoust, 2024).

Zwar bleibt das klassische Verständnis weiterhin wichtig, ist in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr ausreichend. Neuere Forschung erweitert das Konzept um interkulturelle und multimodale Kompetenzen, also um den Umgang mit kulturellen Unterschieden, digitalen Medien, visuellen Zeichen und natürlich der Kommunikation über digitale Kanäle, wie Mootoosamy und Aryadoust (ebd.) in einem Review von 85 Studien feststellen. Auch die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz haben Implikationen auf das Konzept. So schlägt Xi (2025) vor, Kommunikative Kompetenz um den Bereich der digitalen KI-Kompetenz sowie erweiterte kognitive und sprachliche Fertigkeiten zu erweitern. Dies ermöglicht den effektiven Einsatz von KI-Tools sowie die Interpretation und Anwendung von KI-generierten Ergebnissen und Rückmeldungen zur Verbesserung der Kommunikation.

Kommunikative Kompetenz sollte heute als dynamisches, erweitertes Konzept verstanden werden, das neben sprachlicher Angemessenheit auch kulturelle Sensibilität, digitale Kommunikationsfähigkeit und die Deutung multimodaler Signale einschließt. Dies erfordert zugleich, dass zur Messung Kommunikativer Kompetenz neue Testverfahren entwickelt werden müssen, da die bisherigen nicht auf die aktuellen Ausprägungen Kommunikativer Kompetenz übertragbar sind (Mootoosamy & Aryadoust, 2024).


Service

Verwandte Begriffe

Linguistische Kompetenz (Chomsky) – das rein grammatische Sprachwissen, von dem sich Hymes' Kommunikative Kompetenz bewusst abgrenzt, da sie zusätzlich den angemessenen Gebrauch in sozialen Kontexten einschließt.

   Performanz – die tatsächliche Sprachverwendung in konkreten Situationen, im Gegensatz zum reinen Wissen.

   Interkulturell kommunikative Kompetenz – erweitert das Konzept der Kommunikativen Kompetenz um kulturelles Wissen und die Fertigkeit, in interkulturellen Kontexten angemessen zu kommunizieren.

   Multimodale Kompetenz – Kompetenz, über verschiedene Zeichensysteme (Text, Bild, Ton) hinweg zu kommunizieren, wichtig im digitalen Zeitalter.

   KI-Digitalkompetenz / AI literacy – neuere Erweiterung, die den Umgang mit KI-generierten Inhalten in die Kommunikative Kompetenz einbezieht.
 

Reflexionsfragen

  •         In welchen Situationen Ihres Lebens merkten Sie, dass Ihre Kommunikative Kompetenz nicht ausreicht, und was hätten Sie sich im Nachgang an Aus- oder Fortbildung gewünscht, um diese Situation erfolgreich kommunikativ zu meistern?
  •        Wo sind sie in Trainings als Lehrkraft besonders kommunikativ kompetent und wo sehen Sie Schwächen?
  •         Wie können Sie Trainings gestalten, damit Lernende Kommunikative Kompetenzen erwerben?

Literaturliste

  Hymes, D. (1972). On communicative competence. In J. B. Pride & J. Holmes (Hrsg.), Sociolinguistics (S. 269–293). Penguin.

  • Der Ursprungstext des Begriffs, gut geeignet, für das Grundverständnis Kommunikativer Kompetenz

  Lázár, I.; Huber-Kriegler, M.; Lussier, D.; Matei, G. S.; & Peck, C. (Hrsg.). (2007). Developing and assessing intercultural communicative competence: A guide for language teachers and teacher educators. Council of Europe/ECML. (als Download auf Researchgate).

  • Dieser Leitfaden soll Lehrenden helfen, den Fokus von rein linguistischer zu interkultureller kommunikativer Kompetenz zu erweitern. Er enthält konkrete Unterrichtsmaterialien, Bewertungsraster und Workshopanleitungen.

  Savignon, S. (2018). Communicative competence: Theory and classroom practice. McGraw-Hill.

  • Klassiker speziell mit Fokus auf Unterrichtspraxis.

Quellen

Carlsson, B. (2024). Kommunikative Kompetenzen von Beginn an stärken. Kommunikationstrainings für Lehramtsstudierende als Potentiale für Unterrichts-, Beziehungs- und Schulkultur. Fachportal Pädagogik. https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=3212033

CEDEFOP. (2023). Soziale und kommunikative Fähigkeiten und Kompetenzen. European Centre for the Development of Vocational Training. https://www.cedefop.europa.eu/de/tools/vet-glossary/glossary/sociale-en-communicatieve-vaardigheden-en-competenties

 Chomsky, N. (1965). Aspects of the theory of syntax. MIT Press.

GRETA. (o. D.). Kompetenzmodell. Kommunikation und Interaktion. Abgerufen am 4. August 2026, von https://www.greta-die.de/webpages/greta-interaktiv

 Hargie, O. (2006). Skill in theory: Communication as skilled performance. In O. Hargie (Hrsg.), The handbook of communication skills (S. 7–36). Routledge. https://doi.org/10.4324/9780203007037

 Hymes, D. H. (1972). On communicative competence. In J. B. Pride & J. Holmes (Hrsg.), Sociolinguistics (S. 269–293). Penguin Books.

 Kiessling, C. & Fabry, G. (2021). What is communicative competence and how can it be acquired? GMS Journal for Medical Education, 38(3), Doc49. https://doi.org/10.3205/zma001445

 Kilian, L. (2020). Die Sonne lacht – Blende 8. Kriterien einer kompetenzentwickelnden Lehre. weiter bilden, 2020(2), 20–23. http://www.die-bonn.de/id/37289

 Koerfer, A. & Albus, C. (2018). Klinische Kommunikationsausbildung. In A. Koerfer & C. Albus (Hrsg.), Kommunikative Kompetenz in der Medizin. Ein Lehrbuch zur Theorie, Didaktik, Praxis und Evaluation der ärztlichen Gesprächsführung. Verlag für Gesprächsforschung. https://verlag-gespraechsforschung.de/2018/pdf/kommunikative-kompetenz.pdf

 Meyer, H. (2015). Kompetenzorientierung allein macht noch keinen guten Unterricht [Skript 5 für die Fortbildung an der Deutschen Schule San Salvador]. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. https://uol.de/f/1/inst/paedagogik/personen/hilbert.meyer/ 13e_San_Salvador_2015.Skript_5._Kompetenzorientierung_2015.pdf

 Mootoosamy, K. & Aryadoust, V. (2024). Transitioning from communicative competence to multimodal and intercultural competencies: A systematic review. Societies, 14(7), 115. https://doi.org/10.3390/soc14070115

  Teuchert, B. (2016). Chancen und Möglichkeiten des Erwerbs rhetorischer Kompetenzen: Sprechwissenschaftliche Perspektiven auf Erwachsenenbildung. DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung, 3, 32–34. https://www.die-bonn.de/zeitschrift/32016/lehrerbildung-01.pdf

 Vance, N. (2019). Communicative competence. EBSCO Research Starters. https://www.ebsco.com/research-starters/language-and-linguistics/communicative-competence

 Weiterbildungsakademie Österreich. (2026). Kompetenzen von Lehrenden und Trainerinnen. Erwachsenenbildung.at. https://erwachsenenbildung.at/themen/berufsfeld/berufsbild/kompetenzprofile/lehrende-und-trainerinnen.php

 Xi, X. (2025). Revisiting communicative competence in the age of AI: Implications for large-scale testing. Annual Review of Applied Linguistics. Advance online publication. https://doi.org/10.1017/S0267190525000078


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