Checkliste

Anschlusslernen: Was muss ich über meine Teilnehmenden wissen?

Mithilfe dieser Checkliste können Sie überprüfen, ob die Lerninhalte an das vorhandene Wissen der Teilnehmenden anschließen.

Erwachsene verfügen – mehr noch als Kinder – über neuronale Netzwerke, die zugleich Wissensnetze, Deutungsmuster, Emotionsmuster sind. Erwachsene nehmen also nur das sensorisch und kognitiv wahr, was in diese Muster passt.

Allerdings wird nicht nur gelernt, was man schon weiß. Auch ungewohnte Sichtweisen können assimiliert werden; oft werden sie gelagert und bei späterer Gelegenheit wieder in Erinnerung gerufen.

Lernen in Seminaren ist weitgehend ein selbstgesteuerter Prozess. Aufgrund unterschiedlicher Lernbiografien und Lebenswelten lernen die Teilnehmenden in einem Seminar verschiedene Inhalte. Das pädagogische Bemühen, dass alle Teilnehmenden in einer Gruppe dasselbe lernen, ist illusorisch. Jeder lernt das, was er „verarbeiten“ kann und was ihm wichtig und sinnvoll erscheint.

Diese Checkliste gibt Anregungen, was Lehrende über Teilnehmende wissen sollten, um Kursinhalte anschlussfähig aufbereiten zu können. Es geht vor allem darum, die Deutungen, also welches Verständnis die Teilnehmenden von den Inhalten haben, zu überprüfen. Weiterhin können Sie abgleichen, wie Ihre Deutungen von denen der Teilnehmenden abweichen und wie ein Abgleich stattfinden könnte.

Für das Kursgeschehen ist es wichtig, die Anschlüsse des Lerngegenstands (und damit der Lernziele) an die Lebenswelt und Sichtweisen der Lernenden nicht nur zu überprüfen, sondern auch in angemessenen Abständen und Formen zu thematisieren. Dies kann individuell erfolgen, aber auch in Plenar- und Gruppenphasen.

Um Anschlusslernen zu ermöglichen hilft die Auseinandersetzung mit den folgenden Fragen:

  • Was ist die (biografische) Beziehung der Lernenden zum behandelten Gegenstand?
  • Welche Kenntnisse über den behandelten Gegenstand haben die Lernenden?
  • Welche Deutungen haben sie gegenüber dem Inhalt des behandelten Gegenstands?
  • Welche unterschiedlichen Deutungen liegen bei den Lernenden vor?
  • Von welcher Bedeutung ist der behandelte Gegenstand für das Leben und den Alltag der einzelnen Teilnehmenden?
  • In welcher Weise unterscheidet sich das Deutungs- und Wissensangebot der Lehrkraft von demjenigen der Teilnehmenden?
  • Welche Formen des Austauschs und Abgleichs der Deutungen und Wissenselemente sind im Kurs realisiert – mit welchen Konsequenzen?

Quellen

Quelle: Nuissl, E., & Siebert, H. (2013). Lehren an der VHS. Ein Leitfaden für Kursleitende. Bielefeld: W. Bertelsmann.

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