Pflegeversicherung

Wie ist die Pflichtversicherung geregelt und kann man sich darüber hinaus absichern?

Das Bild zeigt abstrahiert eine pflegebedürftige Person bzw. demente Frau.

Bild: Pflegebedürftige demente Frau geralt / pixabay.com, CC0 Public Domain

Gesetzliche Pflegeversicherung

Für die Pflegeversicherung gilt die gleiche Beitragsbemessungsgrenze wie für die Krankenversicherung. Es gilt seit 1995 eine Pflichtversicherung. Ab einem bestimmten Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze erhält man die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung.

Die Pflegeversicherung ist im Elften Buch des Sozialgesetzbuches (SGB XI) definiert.

Alle gesetzlich Krankenversicherten sind automatisch in der sozialen Pflegeversicherung versichert und der Arbeitgeber führt mit der Entgeltabrechnung die Beiträge an die Kasse ab.

Die Beiträge zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte. Rentner und Selbstständige müssen den Beitragssatz zur Pflegeversicherung selbstständig aufbringen. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt 3,05 Prozent seit Anfang Jahr 2019.  Eine Änderung ist für 2020 nicht zu erwarten.

Versicherte Familienmitglieder zahlen keine eigenen Pflichtbeiträge. Kinderlose Beschäftigte müssen ab dem 23 Lebensjahr, wenn sie nach dem 31. Dezember 1939 geboren wurden, einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent zahlen. Der Kinderlosenzuschlag ist von den Versicherten stets alleine zu leisten, sodass kinderlose Versicherte einen Gesamt-Beitrag in Höhe von 3,3 Prozent zu leisten haben.

Sonderfall in Sachsen

Ab dem 1. Januar 2019 übernehmen die Arbeitgeber nicht 50 Prozent des Beitrags. Die Arbeitgeber übernehmen in dem Bundesland vom Gesamtbeitrag 1,025 Prozent, während die Arbeitnehmer 2,025 Prozent  tragen müssen. 

Hintergrund ist, dass in allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen ein Feiertag  gestrichen wurde.  (Quelle: Sozialversicherung kompetent)

Private Pflegezusatzversicherung

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um gegebenenfalls Deckungslücken zwischen den Leistungen der Pflegeversicherung und der tatsächlichen Pflegekosten zu decken.


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Die Stiftung Warentest  veröffentlicht regelmäßig die neuesten Entwicklungen zu dem Thema Pflegeversicherung und Vorsorge. Ein Teil der Publikation ist frei zugänglich, die Testergebnisse sind gegen ein geringes Entgelt online verfügbar.

Stiftung Warentest (2016).  Besser leben im Alter: Was gesetzliche und private Pflege leisten. Abgerufen am 20.12.2016