Krankenversicherung

Wer ist pflichtversichert? Wer kann sich  privat versichern?

Das Bild zeigt eine Manschette zum Blutdruckmessen.

Bild: Blutdruckmesser WerbeFabrik / pixabay.com, CC0 Public Domain

In Deutschland gibt es die Krankenversicherungspflicht. Je nach Voraussetzung sind Sie Pflichtversicherter bei einer gesetzlichen Krankenkasse, sind freiwillig gesetzlich versichert oder wählen eine private Krankenversicherung. Als gesetzlich Versicherter kann man Kinder und Ehemann/-frau oder den Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kostenfrei mitversichern. Obwohl die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung ist, gibt es Menschen, die keine Krankenversicherung besitzen.

Unter die Krankenversicherungspflicht fallen u.a. folgende Personen (vgl. SGB V):

  • Arbeiter, Angestellt und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,
  • Auszubildende, Studierende und Praktikanten, die eine entsprechend der Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit ohne Arbeitsentgelt verrichten,
  • Künstler und Publizisten (siehe Künstlersozialkasse) und
  • Menschen ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall.

Von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreit sind

  • hauptberuflich Selbstständige
  • Freiberufler
  • Beamte
  • Richter
  • Zeitsoldaten
  • Angestellte, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen die jeweils geltende Versicherungspflichtgrenze überschreitet.

Die Versicherungspflichtgrenze ist bundeseinheitlich für die gesetzliche Krankenversicherung festgesetzt. Wer mehr verdient, kann sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern. Bleibt er in der gesetzlichen Krankenversicherung, gilt er als freiwillig Versicherter. Die Versicherungspflichtgrenze liegt über der bundeseinheitlichen Beitragsbemessungsgrenze und wird wie diese jährlich neu festgelegt. Die aktuellen Werte der Versichertenpflichtgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze sind:

  Versichertenpflichtgrenze Beitragsbemessungsgrenze
2019
 60.750 Euro/Jahr 54.450 Euro/Jahr
2020 62.550 Euro/Jahr 56.250 Euro/Jahr

 

Wer sich privat krankenversichert, sollte folgende Unterschiede zur gesetzlichen Krankenversicherung beachten:

Gesetzliche Krankenversicherung Private Krankenversicherung
Jährlich neue Beitragsbemessungsgrenze mit Maximum des Beitrages. Individuelle Tarifwahl mit Beitragssatz
Passt sich bei der Rente an (Beitrag wird sinken) Steigende Tendenz der Beiträge mit höherem Lebensalter, keine mindernde Beitragsanpassung an geringere Renten
Familienversicherung: Kinder und Ehepartner sind kostenfrei mitversichert Kinder und Ehepartner müssen eigene Versicherungen abschließen

 Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung bleibt 2020 unverändert bei 14,6 Prozent. Hinzu kommt der (kassenindividuelle) Zusatzbeitrag. 

Ab Januar 2019 erfolgt die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge und Zusatzbeiträge wieder paritätisch, jeweils hälftig, von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer kann die Krankenkasse selbst festlegen.
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz beträgt  0,9 Prozent (2019) und steigt für das Jahr 2020 auf 1,1 Prozent. (Quelle: Lohn-info.de). Er ist eine Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze

Zusatzversicherungen

Wenn gesetzlich Versicherte ihren Schutz  bzw. die Bandbreite ihrer Krankenversicherung erweitern möchten, stehen ihnen eine Reihe von Zusatzversicherungen zur Auswahl. Heilpraktikerbehandlungen, Zahnersatz oder eine Chefarztbehandlung können im Paket oder einzeln nach Bedarf versichert werden. Diese Zusatzversicherungen stellen den gesetzlich Versicherten dem privat Versicherten gleich. Die Beiträge zu Zusatzversicherungen können bei der Einkommenssteuererklärung  angegeben werden.

Die Stiftung Warentest hat zwei Themenspecials zu Zusatzversicherungen veröffentlicht: