Checkliste

Didaktische Reduktion

Aus der Fülle des Lernstoffs müssen Lehrende meist eine Auswahl treffen. Dabei gilt häufig: Weniger ist mehr; Intensität ist wichtiger als Quantität. Folgende Formen der didaktischen Reduktion lassen sich unterscheiden:

Reduktion in der Breite: In einem Ökologieseminar z. B. erfolgt eine Beschränkung auf ausgewählte Themen (z.B. Wasser oder Energie); in einem Literaturseminar werden nur wenige Dichter oder Texte behandelt. Auch das exemplarische Lernen ist ein solches Reduktionsverfahren. Diese Reduktion bezieht sich auf den Umfang.

Reduktion in der Tiefe: Wenn ein erster orientierender Überblick – z. B. über Ergebnisse der Gehirnforschung – angestrebt wird, kann auf Vertiefungen (z. B. spezielle Forschungsmethoden, biochemische Details) verzichtet werden. Die Reduzierung bezieht sich auf die Schwierigkeit und Komplexität.

Um den Lehrstoff sinnvoll zu reduzieren, sollten ihn die Lehrenden in Bezug auf bestimmte Faktoren überprüfen. Zunächst ist ein Blick auf die Gesamtstruktur der Inhalte zu lenken. Welche Aspekte sind von zentraler Bedeutung, auf welche könnte man verzichten? Wie kann man bestimmte Sachverhalte besonders gut erklären und was bedarf vielleicht gar keiner näheren Erläuterung?

Die Lehrenden sollten sich folgende Fragen stellen:

  • Durch welche Sachstruktur (Begriffe, Aspekte, Elemente) ist die Komplexität des Inhalts bestimmt?
  • Kann die Verständlichkeit durch Beispiele, Analogien, Erläuterungen und Veranschaulichungen bzw. Visualisierungen verbessert werden?
  • Wie viel Differenzierung, Problematisierung oder Perspektivenvielfalt ist nötig?
  • Woran sind die Teilnehmenden interessiert?


Quelle

Siebert, H. (2010). Methoden für die Bildungsarbeit (4. Aufl.). Bielefeld: W. Bertelsmann.


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