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E-Learning im Fokus auf der LEARNTEC

„Die Digitalisierung der Bildung ist nicht aufzuhalten. Ob wir wollen oder nicht.  Es gilt, alle darauf vorzubereiten.“ Sinngemäß mit diesen Worten leitete Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup seine Begrüßungsrede zur diesjährigen LEARNTEC (26.-28.01.2016) ein. Die ca. 7.000 Messe-Besucher musste der OB nicht überzeugen, beschäftigen sich die meisten von ihnen doch schon von Berufs wegen mit digitaler Bildung.

Bild von der großen Leinwand aus dem Foyer der LEARNTEC.

Die LEARNTEC beginnt (Bild: Sorgalla/DIE).

Mein Besuch auf der LEARNTEC am Eröffnungstag hatte zwei Ziele: Inhaltliche Anregungen vom LEARNTEC Kongress mitnehmen und einen Überblick verschaffen über den E-Learning-Markt auf der Messe. 

Im Zentrum der LEARNTEC standen dieses Jahr unter anderem Learning Analytics und Mobiles Lernen. Um mir einen thematischen Einstieg in Learning Analytics zu gönnen, habe ich den Vortrag „Learning Analytics für erfahrbares Lernen“ von Prof. Albrecht Fortenbacher gewählt. Er leitete mit der Feststellung ein, es sei erstaunlich wie weit der Bereich Learning Analytics Anbietern wie Google, die die Auswertung von Daten auf ein erstaunliches Niveau gehoben haben, hinterherhinke. Er stellte das Projekt LISA – Learning Analytics für sensorbasiertes adaptives Lernen vor. Auf Basis sensorischer Messungen wie z.B. Pulsschlag werden Zusammenhänge zwischen Lerninhalten und Lernerfolg hergestellt. Für die nicht so sehr mit Learning Analytics vertrauten Zuhörer ließ der Vortrag allerdings ein paar konkrete Beispiele vermissen, wie das sensorbasierte adaptive Lernen in der Praxis genau aussehen könnte. 

Ein Monitor vor einem Raum zeigt das Kongressprogramm auf der LEARNTEC

Übersicht über das Programm auf dem LEARNTEC Kongress.  (Bild: Sorgalla/DIE).

Miggi Zwicklbauer vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) stellte einen „digitalen Lernbegleiter“ für Smart Learning im Handwerk (SLHw) vor, der viele Kongressbesucher anzog. Die App ist Bestandteil einer Fortbildung zum Gebäudeenergieberater in Berlin. Sie gibt auf Basis von Learning Analytics Hinweise über Lernfortschritte und stellt bedarfsangepasste Lernobjekte bereit. 

Ein großes Thema beim E-Learning sind virtuelle Klassenräume. Ein Kooperationsprojekt mehrerer beteiligter Institutionen hat eine Bewertung virtueller Räume unter technischer und mediendidaktischer Hinsicht vorgenommen und auf der LEARNTEC vorgestellt: Wer bietet die beste Audioqualität? Welcher Anbieter bietet welche Funktionen zur Visualisierung von Inhalten? Der klare Gewinner unter sechs getesteten Anbietern ist: Adobe Connect.

Neben dem Besuch des Kongresses bin ich auf der Suche nach spannenden E-Learning-Angeboten auch ausgiebig durch die Messehalle spaziert. Um dies vorwegzunehmen: Es handelt sich bei den vorgestellten E-Learning-Lösungen häufig um Flaggschiff-Produkte für die betriebliche Weiterbildung. Und so verwunderten mich die Antworten der Aussteller auf meine Frage nach ihren Kunden nicht. Die Namen von DAX-Konzernen fielen sehr häufig. 

Ausprobieren eines virutellen Klassenraums in 3D auf der LEARNTEC

Einfach mal ausprobieren. Hier: ein virtueller Klassenraum in 3D (Bild: Sorgalla/DIE).

Die freiberufliche Trainerin Hedwig Seipel berichtete mir in einem Gespräch von der großen Diskrepanz zwischen dem was technisch möglich und auf der LEARNTEC gezeigt wird, und dem, was Trainerinnen und Trainern an technischen Möglichkeiten in vielen Betrieben zur Verfügung steht. Die Aussteller auf den Messen verfolgen natürlich den Anspruch, imageträchtige Produkte vorzustellen.

Treffen auf der LEARNTEC zwischen Mario Sorgalla von wb-web und Hedwig Seipel

Treffen mit der freiberuflichen Trainerin und OER-Expertin Hedwig Seipel (Bild: Sorgalla/DIE).

Ich möchte an dieser Stelle keinen Aussteller aus der Masse herausnehmen und gesondert vorstellen. Individuell anpassbare Erklärvideos scheinen aber immer noch hoch im Kurs zu stehen. Gamification und Serious Games habe ich außerdem häufig auf den Plakaten lesen können. Ein Beispiel aus der Altenpfleger-Ausbildung in der Schweiz hat mir veranschaulicht, wie sich Serious Games in der Ausbildung einsetzen lassen.  Ein weiteres Beispiel für Serious Games ist „Lern Deutsch – Die Stadt der Wörter“: ein kostenloses Angebot des Goethe Instituts.


Ein Vortragender stellte in einer Veranstaltung die Eingangsfrage: wer von Ihnen kommt aus dem technischen Bereich und wer kommt aus dem HR-Bereich? Damit ist die Zielgruppe der LEARNTEC treffend beschrieben. Für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung kann ein Blick darauf, was der E-Learning-Markt bietet, anregend sein. Zu Pflichtveranstaltungen würde ich es nicht zählen. 



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