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Dank Indaba zum Klimaabkommen – eine Methode für die Erwachsenenbildung?

Verhandlungen wie jene im Dezember 2015 in Paris zur Aushandlung eines verbindlichen Klimaabkommens haben häufig ein ähnliches Drehbuch: Es wird tagelang verhandelt, bis die Konferenz kurz vorm Scheitern ist. Nach einer Verlängerung der Konferenz ringen sich schließlich alle Parteien zu einem mehr schlechten als rechten Kompromiss durch.

Die jüngste Klimakonferenz bildete in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Zwar dauerte auch diese Konferenz länger als geplant, doch am Ende stand ein Abkommen, das weltweit viel Applaus erhielt. Eine in südafrikanischen Stammesgesellschaften bekannte Methode hat dabei offensichtlich erheblichen Anteil daran gehabt, alle 195 in Paris anwesenden Staaten unter dem Dach eines Klimaabkommens zu vereinen: Indaba.

Wie der Guardian berichtet, wurde die Indaba-Methode erstmals bei den Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban 2011 angewendet. Sie dient dazu, Differenzen zwischen mehreren Parteien zu überbrücken. Sie soll vermeiden, dass unterschiedliche Parteien lediglich ihre Positionen austauschen, sondern dazu beitragen, dass ein tragfähiger Kompromiss erreicht wird.

zwei Männchen mit Aktentaschen reichen sich die Hand

Die aus Südafrika bekannte Methode Indaba hat zum Gelingen des Klimaabkommens in Paris beigetragen. Kann die Methode auch in die Erwachsenenbildung übertragen werden?

Die Teilnehmer eines Indabas erklären zunächst ihre roten Linien, die sie auf dem Weg zu einem Kompromiss nicht überschreiten werden. In einem weiteren Schritt bieten sie Lösungsvorschläge an, wie andere Parteien mit ihnen zu einem Kompromiss gelangen könnten. Ein unabhängiger Vermittler oder Moderator leitet die Diskussion. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass in großen Gruppen lediglich subjektive Maximalforderungen ausgetauscht werden. In Paris haben mehrere Indabas in kleinen Runden, initiiert vom Verhandlungsführer, dem französischen Außenminister Laurent Fabius, zum Erfolg beigetragen. Staaten, die sich sonst weniger wohlwollend gegenüberstehen, wurden mit Indaba an einen Tisch und zu einzelnen Kompromissen geführt.

Eine offensichtlich erfolgreiche Methode im Kontext von Gruppen und Konflikten: da wollen wir genauer hinschauen. Lehrende in der Erwachsenenbildung haben es in aller Regel mit kleineren Gruppen als die Klima-Unterhändler zu tun. Aber macht eine Übertragung dieser Verhandlungsmethode in den Kontext der Erwachsenenbildung nicht trotzdem Sinn? Könnte die Methode im Umgang mit Konflikten in Gruppen eine Lösung sein? Oder halten Sie die Methode für zu aufwändig?


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