Handlungsanleitung

Gemeinsam, digital und interaktiv mit wonder.me

Ist man online mit anderen Menschen in Interaktion, fehlt manchmal die Flexibilität von face-to-face-Kommunikation.  In einem echten Raum bilden mehrere Menschen schnell Grüppchen, manchmal redet nur einer, hin und wieder sprechen auch alle gleichzeitig. Durch das Hinwenden zu bestimmten Personen oder mit Hilfe von räumlichem Abstand können wir uns trotz Geräuschkulisse um uns herum gut auf Einzelne einlassen und uns konzentrieren. 

Das funktioniert mit herkömmlichen Online-Konferenztools leider nicht. Reden mehrere Personen gleichzeitig, ist dies ungefiltert für die Zuhörer kaum zu ertragen. Um nicht verschiedene Tools parallel nutzen zu müssen, gibt es recht neue Programme, die genau das möglich machen: Gemeinsames Treffen von vielen Personen, Gespräche in Kleingruppen, wechselnde Gesprächspartner, trotzdem ein ruhiges Setting und sogar spielerische Interaktivität.  Eine der Webanwendungen, die das alles können, heißt wonder.me und wird im Folgenden näher vorgestellt.

Über wonder.me

Das Bild zeigt das Logo von wonder.me

wonder.me  ist ein Berliner Startup Unternehmen, das im Frühjahr 2020 noch unter dem Namen Yotribe gegründet wurde. Es bietet eine (bislang, Stand Februar 2021) kostenlose und browsergestützte Videokonferenzlösung, die neben Vorträgen im Plenum auch Gespräche in mehreren Gruppen parallel im gleichen Raum erlaubt. Eine Anmeldung ist nur für den Host notwendig. Den Nutzenden reicht der Link zum Raum und falls vergeben, das Passwort. Es ist keine lokale Installation von Software notwendig. Alle Nutzende bewegen sich mit so genannten Avataren durch den Raum. Treffen zwei oder mehr Personen räumlich nah aufeinander, öffnet sich ein Videochatfenster - das Gespräch kann beginnen.  Ein Wonder-Raum kann laut Unternehmen bis zu 1500 Personen aufnehmen.

Aller Anfang ist leicht

Das Bild zeigt die Startseite von wonder.me, wenn man einen Raum erstellen möchte. In der Mitte des Bildschirms erscheint ein freies Feld, in den man den gewünschten Raumnamen eintragen kann.

Möchten Sie einen eigenen Raum bei Wonder erstellen, kostet Sie das genau drei Klicks:

Sie wählen auf der Startseite von wonder.me  den Button "Get a room" aus. Auf der sich öffnenden Seite, können Sie Ihrem Raum einen passenden Namen geben. Ihr Raum steht Ihnen auf Dauer zur Verfügung, aber keine Sorge: Sie können auch im Nachhinein den Raumnamen  wechseln oder anpassen.

Im nächsten Schritt werden Sie gebeten, auszuwählen, zu welchem Zweck Sie den Raum nutzen möchten (z. B. Workshop, beruflicher Austausch oder  informelles Miteinander).  Wonder begründet die Abfrage der Nutzungsintention damit, dass sie den Bedarf der Nutzenden bei der Weiterentwicklung des Programmes berücksichtigen möchten.

Im dritten und letzten Schritt geben Sie Ihren (einen beliebigen) Namen und eine E-Mailadresse an und vergeben ein Passwort, dass Ihnen als Admin erlaubt, auch in Zukunft die Einstellungen des Raumes zu ändern und anzupassen. 

Den Raum passend einrichten

Das Bild zeigt die Einstellungsoptionen im Konferenztool wonder.me

wonder.me ermöglicht es Ihnen als Admin, den Raum passend zu Ihrer Veranstaltung zu gestalten.  

Um sich vor dem sogenannten "Zoombombing" zu schützen, bei dem fremde Menschen in die Veranstaltung eindringen und diese stören, können Sie ein Gästepasswort vergeben. Das Passwort können Sie für jede Veranstaltung neu einrichten. 

Neben zahlreichen Hintergrundbildern, die Ihnen die Anwendung zur Verfügung stellt, können Sie auch ein eigenes Hintergrundbild einfügen.

Nutzen Sie den Raum mit einer größeren Anzahl an Menschen, kann es nützlich sein, so genannte "Room areas" einzurichten. Diesen Areas können Sie passende Namen geben. Sie erscheinen als halbtransparente Kästen auf ihrem Hintergrundbild. Die Areas haben keinen Einfluss auf die Nutzung der Anwendung, aber sie strukturieren  den Ort und geben den Teilnehmenden Orientierung, wo man über welches Thema sprechen könnte. Den selben Effekt können Sie  auch über Ihr eigenes Hintergrundbild schaffen, wenn Sie dieses entsprechend gestalten.  

Die Interaktion im Raum

Das Bild zeigt einen Screenshot der Webanwendung wonder.me.

Laut wonder.me können bis zu 1500 Personen den gleichen Raum nutzen.  Jede Person, die den Raum betritt, kann ihren eigenen Namen eintragen und entweder mit der Kamera ein Selfie von sich machen oder ein anderes Avatarbild (z. B. ein Logo) einfügen.  Beides kann im Nachhinein auch noch verändert werden. 

Durch Bewegen und Klicken der linken Maustaste  navigieren Sie Ihren Avatar im Raum. Kommen sich  zwei oder mehr Personen nahe, öffnet sich für  ein Videochatfenster - die Konversation kann beginnen. Sie können jederzeit Ihren Ton oder Ihr Bild ausschalten. Außerdem ist es für alle Raumnutzenden möglich, den eigenen Bildschirm frei zu geben.  Pro Videochatgruppe  können bis zu 15 Personen teilnehmen.  

Zusätzlich gibt es einen Textchat auf drei verschiedenen Ebenen: Mit dem ersten Chat können Sie alle Personen im Raum erreichen, auf der zweiten Ebene informieren Sie alle Personen, die sich in einer Area befinden (wenn Sie welche eingerichtet haben)  und auf der kleinsten Ebene schreiben Sie alle Personen an, die sich gerade in einer Gesprächsgruppe befinden. Der Chat ist so eingestellt, dass aus Gründen des Datenschutzes immer nur der Chatverlauf angezeigt wird, bei dem man selbst bereits im Raum oder in der Gesprächsgruppe anwesend war. Das heißt, was zwei Gesprächspartner sich  in ihrem kleinen Chat schreiben, kann von einer neu dazu kommenden dritten Person nicht gelesen werden, dafür ist für sie alles sichtbar, was ab ihrem Eintreffen geschrieben wird.

Die Broadcast-Funktion ermöglicht Ihnen die Ansprache aller Teilnehmenden gleichzeitig. Wählen Sie die Funktion aus, werden kurzzeitig alle Gespräche unterbrochen und Sie können sich an alle Teilnehmenden wenden und sogar Ihren Bildschirm teilen. So sind auch eine  allgemeine Einführung oder Zwischenhinweise, die für alle wichtig sind, möglich.

Ganz neue Möglichkeiten

Durch die Möglichkeit, zwischen  Plenumsansprache und Kleingruppengesprächen zu wechseln und sich mit seinem Avatar im Raum zu bewegen, bietet das Tool ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit im virtuellen Raum. Viele Methoden, die  sich in Präsenzveranstaltungen bewährt haben, aber nicht in Standardvideokonferenzen übertragen werden konnten, sind wieder einsatzbereit. 

Lernen  Sie die Teilnehmenden kennen, indem Sie sie nach ihrem Wohnort im Raum aufstellen lassen, in der Annahme, der Hintergrund wäre eine Deutschlandkarte. Ermitteln Sie ein Stimmungsbild,  indem Sie  Gegensatzpaare vorgeben, zwischen denen sich die Personen im Raum nach ihrer Stimmung oder Meinung anordnen sollen.

Lassen Sie die Teilnehmenden untereinander Kurzinterviews zum Kennenlernen führen oder nutzen Sie die Methode Speeddating.

Möchten Sie informell Auflockern, gibt es sogar einige Spiele, die für die Interaktion in wonder.me passen. In einer kleineren Gruppe eignet sich zum Beispiel die Stille Post mit Bildern: Sie zeigen einer Person übers Bildschirmteilen kurz ein Bild. Die Person muss  sich der nächsten Person nähern und ihr im Videochat erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. Diese beschreibt das Bild wieder der nächsten Person. Am Ende kommt die Gruppe in einen gemeinsamen Videochat zusammen, die letzte Person beschreibt das Bild und danach zeigen Sie das Ursprungsbild per Bildschirmteilung in die Runde, um zu vergleichen, was in der Beschreibung noch vom Bild übrig geblieben ist.

CC BY SA 3.0 by Christina Bliss für wb-web (09.02.2021)


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