News

Wenige Berufe durch Digitalisierung überflüssig

Arbeiter auf einem Gerüst

Nur in wenigen Berufen können Menschen ganz durch Computer ersetzt werden. (Bild: Oslo harbour scaffolding, Carsten aus Bonn/flickr.com, CC BY-ND)

Nur 0,4 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten in Berufen, die durch Computereinsatz und Automatisierung komplett verschwinden könnten. Betroffen sind vor allem Berufe aus dem Bereich der Industrieproduktion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Wer im Bereich der sozialen und kulturellen Dienstleistungen arbeitet, kann dagegen relativ sicher sein, dass sein Beruf erhalten bleibt: Solche Tätigkeiten kann kein Computer erledigen, so die Forscher.

Bei einem relativ kleinen Anteil der Beschäftigten (15 Prozent) besteht das Risiko, dass über 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden. Bei fast der Hälfte aller Beschäftigten (40 Prozent) könnten höchstens ein Drittel der Tätigkeiten automatisiert werden, bei acht Prozent ist dies sogar überhaupt nicht möglich.

Die IAB-Forscherinnen Katharina Dengler und Britta Matthes weisen dabei darauf hin, dass sie allein die Möglichkeit untersucht haben, in welchem Umfang Menschen durch Computer ersetzt werden könnten. Das müsse jedoch nicht zwangsläufig so auch umgesetzt werden.

Interessant für die in der Weiterbildung Tätigen: Das Risiko, im Beruf durch einen Computer ersetzt zu werden, ist nicht unbedingt von der Bildung und Qualifikation des Beschäftigten abhängig. Wer ohne berufliche Ausbildung arbeitet, kann im gleichen Umfang durch einen Computer ersetzt werden wie eine Fachkraft (Risiko: 45 Prozent). Mit Meisterbrief oder Technikerqualifikation liegt das Risiko nur noch bei 30 Prozent, und mit Hochschulstudium bei unter 20 Prozent.

Dennoch hat die Digitalisierung große Auswirkungen auf Ausbildungen und Berufe, so die Forscherinnen: „Um das Wissen und Können auf dem neuesten technologischen Stand zu halten, wird (Weiter-)Bildung immer wichtiger – nicht nur für Geringqualifizierte, sondern auch für Fachkräfte.“

Die IAB-Studie ist hier abrufbar. (pdf, Kurzbericht)