Susanne Witt
News
CCPlus bietet Erweiterungen der CC-Lizenzen an
CCPlus-Logo, von Creative Commons Corporation, CC BY 4.0, https://wiki.creativecommons.org/wiki/CCPlus,
Die Creative Commons-Lizenzen sind aus den Open Educational Resources (OER) nicht mehr wegzudenken. Als etablierte Standardlizenzen schaffen sie Klarheit über die Nutzungsrechte von Bildungsmaterialien. Doch es gab immer die Frage und den Wunsch, Erweiterungsmöglichkeiten zu schaffen, wie z. B. darf man ein CC BY-NC-lizenziertes Werk im kommerziellen Kursgeschehen verwenden. Individuelle Erweiterungen der bekannten CC-Lizenzen geben Lizenzgebern mehr Spielraum. Dabei gilt es, die folgenden Regeln zu beachten.
Die Erweiterung auf CCPlus muss explizit ausgewiesen werden mit einem Piktogramm. Ein Pluszeichen verbindet beide Piktogramme: das für die CC-Lizenz und die Erweiterung auf CCPlus. Die zusätzlich eingeräumten Rechte müssen zudem in einem separaten Dokument oder einer Ressource festgelegt werden. Die CC-Lizenz selbst bleibt unverändert bestehen. Das Creative Commons-Wiki beschreibt, wie CCPlus funktioniert.
CCPlus ist nicht dafür ausgelegt, die Grundmodule einer CC-Lizenz (BY - Namensnennung, SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen, NC – nicht-kommerziell und ND – keine Bearbeitung) weiter einzuschränken. Ziel ist es, mehr zu ermöglichen.
Beispiele
CC BY-NC für kommerzielle Bildungsangebote
Wenn ein CC BY-NC-lizenziertes Werk (Namensnennung und nicht-kommerziell) in einem Kursangebot verwendet werden soll, war dies bisher nicht erlaubt. Mit der Erweiterung "commercial edu" können Lizenzgeber den Einsatz ihres Materials in kommerziellen Bildungsangeboten gestatten, obwohl die kommerzielle Nutzung ausgeschlossen bleibt. Die Details werden in dem separat beizufügenden Dokument zur CCPlus-Lizenz festgelegt. Auch könnte die kommerzielle Nutzung gegen ein Entgelt in der Lizenzerweiterung festgelegt werden.
CC BY-ND freigeben für Übersetzungen
Ein mit der CC BY-ND lizenzierter Text darf nicht bearbeitet werden. Eine Übersetzung ist eine Überarbeitung und stellt ein eigenes Werk dar, weil mit der Übersetzung auch immer eine Interpretation des Ursprungstextes einhergeht. In diesem Fall könnte der Urheber/die Urheberin den Ursprungstext mit CC BY-ND + "Translate" zur Übersetzung freigeben. In der beigefügten Lizenzerweiterung könnten z.B. noch Sprachen festgelegt werden.
Quellen
Rack, F. (2024). CCPlus: CC-Lizenzen flexibler, aber auch schwieriger. CC BY https://doi.org/10.59350/wq9x4-5tv98
Wiki (2017). CCPlus - Creative Commons. CC BY
Offene Bildungsmaterialien in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung
Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben wir mit dem Internet ein mächtiges Werkzeug zur Hand. Nie war die Verfügbarkeit von Wissen größer, nie das Teilen einfacher, schneller und weitreichender. Ironischerweise ist es heute für Lehrende trotzdem schwieriger, ihrer Tätigkeit nachzugehen.
Folge 3: Urheberrecht
Bei der Kursvorbereitung möchten Lehrende gerne das vorhandene Lehrbuchmaterial mit anschaulichen Beispielen ergänzen und ihre Materialsammlung wie einen bunten Blumenstrauß präsentieren.
Doch wieviel darf man kopieren oder aus fremden Werken verwenden? Die im Jahr 2017 beschlossene Angleichung des Urheberrechts an die Erfordernisse und Bedarfe der Wissensgesellschaft hat zum Ziel, die Regelungen zu vereinfachen. Hier finden Sie die neuen Paragrafen 60a-h zu "Unterricht und Lehre" sowie Unterrichts- und Lehrmedien".