Erfahrungsbericht

Gemeinsam statt einsam – Netzwerke

Das Bild zeigt ein Schild auf dem "Alleine" durchgestrichen ist und "Gemeinsam" das Neue anzeigt.

Gemeinsam (Bild: EliElschi / pixabay.com; CC0)

Wer gut vernetzt ist, profitiert vom professionellen Austausch und Wissenstransfer. Wie wichtig es ist und wie hilfreich es sein kann, als Lehrende in der Erwachsenenbildung gut vernetzt zu sein, wissen diejenigen, die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Wer ohne Scheuklappen und offen den Kontakt zu anderen Lehrenden sucht, der erfährt auch in pädagogisch oder zwischenmenschlich problematischen Arbeitssituationen kompetente Unterstützung. wb-web sprach mit Lebensberaterin und Resilienz-Trainerin Susanne Reinert-Bewer und Birgit Höber, Kommunikations- und Beziehungs-Coach sowie Pilates- und Ernährungstrainerin.

Reinert-Bewer und Höber leiten in Gütersloh das „Ent-Wicklungs-Netzwerk“. Ihre Erfahrungen ermutigen, auch in der Weiterbildung die Vernetzung voranzutreiben, den Ideenaustausch sichtbar und nutzbar zu machen und damit Kompetenzen zu bündeln. Das Gespräch führte Tatjana Wanner.


wb-web: Seit wann gibt es das „Ent-Wicklungs-Netzwerk“? Was ist Ihre Motivation? 

Susanne Reinert-Bewer: Das Netzwerk haben wir vor drei Jahren gegründet. Uns liegt besonders am Herzen, Menschen mit Themen zusammenzubringen, für die der Alltag keinen Raum bietet. Im Zentrum steht dabei die Persönlichkeitsentwicklung. Ob Sinnsuchende, Ruheständler, Mütter oder Alleinerziehende, jeder ist bei uns willkommen.

Birgit Höber: Gemeinsam koordinieren wir die Treffen, die ein- bis zweimal im Monat – meistens aber am zweiten Dienstag im Monat stattfinden. Wir bieten den Rahmen für den Abend und damit die Möglichkeit zum Austausch für Gleichgesinnte. Das jeweilige Thema wird kurzfristig gewählt – je nachdem, was gerade dran ist und passt. 

Susanne Reinert-Bewer: Beim letzten Treffen ging es zum Beispiel um das Thema Verpflichtungen. Wir kamen auf Weihnachten und die persönlichen Aufgaben und Pflichten, die für jeden von uns mit diesem Fest zusammenhängen. Ich hatte an vieles gedacht, daran jedoch nicht. Aber anscheinend war das für alle Anwesenden wichtig. 

Birgit Höber: Und das Schöne, was an diesem Abend passiert ist: Durch zwei Teilnehmerinnen in unserer Runde hielt plötzlich wieder der „Geist der Weihnacht“ Einzug. Die Impulse von außen mit lösungsorientierten Ideen gegen die Verpflichtungsgefühle haben es möglich gemacht.


wb-web: Wir alle nutzen Kontakte – professionell wie privat, persönlich und online. Warum ist netzwerken so wichtig? 

Birgit Höber: Die Menschen, die bei uns einmal pro Monat zusammenkommen, teilen gemeinsame Interessen. Sie sind neugierig, haben Spaß miteinander und wollen etwas dazulernen. Das verbindet. 

Susanne Reinert-Bewer: Ich denke, dass der regelmäßige Austausch – vor allem als freies Angebot – das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Die Teilnehmenden erleben die Zusammentreffen als Bereicherung. Aufgrund der ähnlichen Interessen ist das Verständnis füreinander mehr gegeben und die Tipps und Ratschläge, die es gibt, sind passend und wirklich hilfreich. Wichtig ist natürlich, dass es einen harten Kern gibt, der bei fast allen Veranstaltungen dabei ist. 


wb-web: Wie finde ich ein für mich passendes Netzwerk?

Susanne Reinert-Bewer: Ich sollte mir zunächst im Klaren darüber werden, was für ein Netzwerk ich überhaupt suche. Will ich tendenziell im beruflichen oder im privaten Rahmen netzwerken? Suche ich live oder eher online den Kontakt zu Menschen? Unser „Ent-Wicklungs-Netzwerk“ ist ja eher für den privaten Austausch gedacht und findet reell statt – mit Ausnahme der virtuellen Einladungen, die wir per E-Mail an unsere ca. 50 Interessenten versenden. Es gibt natürlich zahlreiche andere Netzwerk-Angebote, die vor allem berufliche Aspekte betonen wie

  • Kontakte knüpfen, ausbauen, pflegen,
  • Erfahrungen austauschen,
  • von anderen lernen,
  • Kooperationen bilden,
  • Geschäfte machen.

Ob branchenspezifisch oder -unabhängig, für Selbstständige, Führungskräfte oder Unternehmer großer, mittlerer bis kleiner Unternehmen, mit oder ohne soziales Engagement – die Auswahl ist riesig. Dabei ähneln sich die Veranstaltungsformate grundsätzlich: Es werden Vorträge, Betriebsbesichtigungen oder klassische Networking-Treffen angeboten. Die Besucher knüpfen neue Kontakte, begegnen sich wieder, tauschen Erfahrungen aus. Impulsvorträge erleichtern die Gesprächs- und Kontaktaufnahme. 

Birgit Höber: Sollte es jedoch für die Bedürfnisse und Wünsche, die ich über einen gemeinsamen regelmäßigen Austausch suche, noch kein entsprechendes Netzwerk geben, empfehle ich immer die Gründung eines eigenen Netzwerks. Genauso haben wir’s ja auch gemacht: Wir haben Gemeinsamkeiten definiert, den Austausch aktiviert und sind am Ball geblieben!

Susanne Reinert-Bewer: Und eins können wir verraten: Bis sich das Netzwerken auszahlt, benötigt es Zeit. Geduld und Beharrlichkeit sind da echte Schlüsselkompetenzen. Aber es lohnt sich – definitiv!

 

CC BY SA 3.0 by Tatjana Wanner für wb-web

 


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