Handlungsanleitung

Mitwisser gesucht – die Transfermethode „fünf Personen“ 

Gute Vorsätze geraten nach dem Seminar gerne wieder in Vergessenheit. Es sei denn, man hat Mitwisser, die sie immer wieder in Erinnerung rufen. Mit Blick auf unterschiedliche Sichtweisen unterstützt dies die Methode „fünf Personen“. So kann der Transfer in die Praxis gelingen. 

Die kurze Intervention „Fünf Personen“ eignet sich, um bei Teilnehmenden Empathie und Kritikfähigkeit zu wecken. Sie kann aber auch zur Ideenfindung eingesetzt werden. Durch diese Methode fällt es den Teilnehmenden leichter, ihre Perspektive zu verlassen und sich auf Impulse und neue Sichtweisen einzulassen.

Am Ende eines thematischen Abschnitts eingesetzt, verstärkt sie die Reflexion über das Besprochene und zeigt, wie der Transfer in die Praxis gelingt. Die Intervention kann ab einer Gruppenstärke von vier Personen eingesetzt werden, nach oben gibt es keine Begrenzung, sie ist auch für Großgruppen gut geeignet. Die Dauer liegt insgesamt bei etwa 30 Minuten.

Wie geht das?

Mit den „Fünf Personen“ nimmt der Trainer seine Gruppe mit auf eine Transferreise. Er lädt etwa mit folgenden Worten zu einem Gedankenexperiment ein: „Stellen Sie sich vor, das Seminar ist zu Ende, und Sie treffen fünf Personen. Die erste Person ist der zehnjährige Nachbarsjunge. Was würden Sie ihm sagen, was Sie nach dem Seminar umsetzen wollen, wobei Sie Unterstützung brauchen?“ Die Teilnehmenden tauschen sich zunächst einige Minuten mit ihren unmittelbaren Nachbarn konkret über ihre ersten Transferschritte aus. Im nächsten Schritt treffen Sie die zweite Person usw. Jede Person wird eine andere Sichtweise auf die Transferüberlegungen der Teilnehmenden haben; die Herausforderung besteht darin, sich immer in die jeweilige Perspektive hineinzuversetzen.  

Mögliche „Fünf Personen“ sind:

  • der zehnjährige Nachbarsjunge,
  • die Frau an der Kasse im Supermarkt,
  • der Lieblingskollege,
  • der Gegenspieler im Unternehmen,
  • die Bundeskanzlerin.

Die Teilnehmenden können ihre fünf Personen selbst wählen oder der Trainer gibt die fiktiven Gesprächspartner vor. Im Anschluss tauscht sich die Gruppe im Plenum zu ihren Erfahrungen und Transfergedanken aus.


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