Angelika Gundermann News

Grammatik: Erlernt oder angeboren?

Schilder mit Silben

Das Geheimnis des Spracherwerbs beschäftigt viele Forscher (Bild: Buchstaben, onnola, flickr.com, CC BY-SA)

Die Fähigkeit, eine Sprache zu verstehen und zu erlernen, ist angeboren – das behauptete schon Mitte des 20. Jahrhunderts der bekannte Sprachwissenschaftler Noam Chomsky. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik und der New York University bestätigen nun einen Aspekt dieser Theorie. Mithilfe neurophysiologischer Tests konnten sie nachweisen, wie Menschen eine abstrakte, hierarchische Struktur verstehen können – auch wenn ein Satz sinnlos sein sollte. Im Gehirn scheint es eine Art Mechanismus zu geben, der dafür sorgt, dass grammatische Bausteine eines Satzes hierarchisch aufgebaut werden. Dieses Ergebnis steht im Wiederspruch zur Auffassung der meisten Neurowissenschaftler und Psychologen. Sie gehen davon aus, dass das Sprachverstehen auf einer statistischen Berechnung von Wörtern sowie Lautreizen zur Strukturierung basiert, Lernen also auf Erfahrung, wie Sätze richtig konstruiert werden müssen, beruht. Viele Linguisten sind dagegen der Auffassung, es sei eine zentrale Eigenschaft der Sprachverarbeitung, hierarchische Strukturen zu bilden. Details zum Forschungsprojekt gibt es hier.